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Koranübersetzer Hartmut Bobzin erhält Friedrich-Rückert-Preis

Für seine jahrzehntelangen Verdienste um das Werk Friedrich Rückerts und wegen seiner Koran-Übersetzung ist der Islamwissenschaftler Professor Dr. Hartmut Bobzin mit dem Friedrich-Rückert-Preis 2011 der Stadt Schweinfurt ausgezeichnet worden. Im Rahmen eines Festaktes im Rathaus am 22. Mai überreichte Oberbürgermeister Sebastian Remelé dem mittlerweile 14. Preisträger die Urkunde und Medaille.

Friedrich-Rückert-Preis 2011 (3)Seit 1963 verleiht die Stadt Schweinfurt den Friedrich-Rückert-Preis, um das geistige Erbe des großen Sohnes der Stadt zu bewahren, zu pflegen und durch ständige Forschung lebendig zu erhalten. Anlass für die Stiftung des Preises, der aktuell mit 5000 Euro dotiert ist, war der damals 175. Geburtstag des großen Dichters und Orientalisten. An der festlichen Verleihung des Friedrich-Rückert-Preises an Professor Dr. Hartmut Bobzin, welche der Stadtrat in seiner Sitzung am 26. Oktober 2010 beschlossen hatte, nahmen mit dem Orientalisten Johann-Christoph Bürgel (1083) und dem bekannten Kinderbuchautor Paul Maar (2000) auch zwei frühere Preisträger teil.

Der Oberbürgermeister der Stadt Schweinfurt, Sebastian Remelé, lobte in seinem Grußwort das Wirken des Friedrich-Rückert-Preis 2011 (5)Preisträgers. Er erinnerte die Festgäste an den eigentlichen Sinn des Preises, Rückerts Werk und sein Vermächtnis lebendig zu erhalten. „Diese Selbstverpflichtung versucht man seitdem dadurch zu verwirklichen, indem man Personen aus Kultur und Wissenschaft ehrt, die im Sinne von Friedrich Rückerts weltumspannenden Gedanken wirken.“ Dem Inhaber der Professur für Islamwissenschaft an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg sei der Preis zuerkannt worden, so der Oberbürgermeister weiter, weil im Mittelpunkt von Bobzins Forschungsinteressen der Koran und seine Rezeption im Abendland sowie dieFriedrich-Rückert-Preis 2011 (2) islamisch-christlichen Beziehungen und das orientalistische Werk Friedrich Rückerts stehen.

„Vor dem Hintergrund einer wachsenden Auseinandersetzung mit Strömungen des Islam und des Islamismus hat dieser Teil von Rückerts Schaffen, darunter seine kongeniale Übertragung des Koran, neue Aktualität erlangt“, erklärte Sebastian Remelé. Hartmut Bobzin habe das orientalistische Werk Rückerts seit Jahrzehnten in zahlreichen Artikeln analysiert und dazu beigetragen, den Ruhm des Orientalisten Friedrich Rückert auch über die Fachkreise hinaus zu verbreiten. Mit seiner eigenen Übersetzung des Koran im Jahr 2010 habe er zudem der deutschen Sprachwelt das heilige Buch des Islam neu erschlossen. Im Anschluss an die Preisverleihung und den offiziellen Festakt trug sich der neue Preisträger auf Bitte des Oberbürgermeisters in das Goldene Buch der Stadt Schweinfurt ein.

Zuvor hatte der Vorsitzende der Rückert-Gesellschaft, Dr. Ralf Georg Czapla, Hartmut Bobzin für seine Friedrich-Rückert-Preis 2011 (1)vielfältiges, Jahrzehnte langes Wirken, unter anderem auch in der Rückert-Gesellschaft, gewürdigt. Ob mit der neuen Koran-Übersetzung, als Herausgeber der Rückert-Studien und Schweinfurter Editionen und in vielen weiteren Werken, immer sei er Rückerts Weg gefolgt und habe zugleich Gedächtnispflege für dessen Werke betrieben. Czapla nannte ihn einen „Steuermann“, der Verschiedenes sowie Trennendes zusammenführe. „Wir sind gespannt, an welche Gestade Sie uns führen und welche Horizonte Sie uns noch erschli8eßen werden.“

Die Laudatio auf den Preisträger hielt Professor Dr. Hendrik Birus, Vice President und Dean der Jacobs University Bremen, übrigens die Geburtsstadt von Hartmut Bobzin. Dieser, so Birus, setze die Reihe der würdigen Preisträger fort. Der Friedrich-Rückert-Preis 2011 (4)Laudator blickte auf dessen Lebensweg und erfolgreiches Schaffen zurück und erinnerte daran, dass Bobzin bis heute allein über 150 Aufsätze zu Rückert verfasst habe. Eine Zäsur gab es im Jahr 1995, als er sich Rückert und dem Koran-Thema ausführlicher widmete. Zuvor arbeitete der Preisträger als Nachforscher orientalistischer Literatur, ab diesem Zeitpunkt sei er in einer „Parallele“ zu Rückert getreten. Die 2010 erschienene, neue Koran-Übersetzung nannte er wunderbar. Ursprünglich habe Bobzin nur die Lücken in Friedrich Rückerts Übersetzung schließen wollen, entstanden sei dann aber eine komplett neue Fassung.

Zum Abschluss blickte der Preisträger selbst auf die Anfänge seiner Beziehung zu Friedrich Rückert Mitte der 80er Jahre zurück. Dabei verriet er auch, dass er bereits 1988 einen ersten Preis für seine Rückert-Forschungsarbeit erhalten habe, die später auch in einer Friedrich-Rückert-Preis 2011 (6)Ausstellung in Schweinfurt zu sehen war. „Das war der Anfang, und es hatte große Auswirkungen auf mich.“ An dieser Stelle dankte Hartmut Bobzin ausdrücklich der Stadt Schweinfurt für ihre große Unterstützung. Im Folgenden seiner Ausführungen berichtete der neue Preisträger ausführlich davon, welche Rolle der Koran in der deutschen Literatur gespielt hat. Dass dies nicht immer einfach gewesen ist, lag seinen Ausführungen zufolge lange auch am Fehlen einer fundierten sowie sprachlich angemessenen deutschen Übersetzung. Schließlich sei der Koran nicht nur ein Gesetzbuch, sondern zugleich ein Meisterwerk arabischer Dichtkunst. Auch hier blieb es nicht aus, dass er den Namensgeber des Preises ausdrücklich lobte: Mit der von 1836 bis 1839 geschaffenen, poetischen Übersetzung des Korans habe Friedrich Rückert ein großes dichterisches Werk geschaffen, das sich unter Islamwissenschaftler großer Beliebtheit erfreut.

Die musikalische Gestaltung des Festaktes in der Diele des Rathauses lag in Händen von Schülern der Musikschule Schweinfurt. Monika Betzel und Bettina Birkenkötter begeisterten die Festgäste am Flügel mit Werken von Claude Debussy, Robert Schumann und Johannes Brahms. Mit einem Stehempfang mit Buffet in der Oberen Diele, bei dem sich für Gäste die Gelegenheit zu einem Gespräch mit dem Preisträger bot, fand der Festakt seinen Abschluss.

(Text und Fotos:  © Stefan Pfister)


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