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14. Stadtmarketingtag Bayern in Schweinfurt: Social Media wird für Städte immer wichtiger

Im Zeitalter der Digitalisierung oder des veränderten Kaufverhaltens im Handel stehen die Städte vor großen Herausforderungen. Wie aber kann das Stadtmarketing wichtige Trends für sich nutzen? Wie seine „Marke“ besser präsentieren? Und wofür steht die Stadt eigentlich? Über 100 Verantwortliche aus dem Freistaat informierten sich bei dem erstmals in der Stadt Schweinfurt ausgerichteten „Stadtmarketingtag Bayern“ über neue Wege in der Vermarktung ihrer Städte und über innovative Beispiele aus der Praxis.

Bayerischer Stadtmarketingtag 2019 - Foto (c) Stefan Pfister (2)Für die nötigen Impulse sorgten bei der zweitägigen Veranstaltung in der Schweinfurter Kunsthalle am 12. und 13. November 2019  ausgewählte Experten. Im Mittelpunkt standen die Aspekte, wie man „Stadtgeschichte(n) neu schreiben“ und „Stadt Modern (weiter)denken und präsentieren“ kann. So jedenfalls lauteten die Überschriften zum 14. Stadtmarketingtag Bayern, den die Firma CIMA Beratung + Management GmbH veranstaltet hatte.

Der extra nach Schweinfurt angereiste Staatssekretär im Bayerischen Wirtschaftsministerium, Roland Weigert, forderte die Marketingexperten der Städte in seinem Grußwort angesichts der großen Veränderungen auf: „Denken Sie groß und vorausschauend. Seien Sie visionär!“ Ein konkretes Beispiel ließ er gleich folgen: Der Mobilfunkstandard 5 G fange gerade erst an. Was aber könnte der nächste Schritt, 6 G, für ihre Stadt bedeuten, fragte Bayerischer Stadtmarketingtag 2019 - Foto (c) Stefan Pfister (11)er in die Runde der Teilnehmer? Auch internationale Einflüsse sollte das Stadtmarketing immer im Blick haben. Weigert erinnerte an Strafzölle oder die aktuellen Entwicklungen in der Autoindustrie. „Auch diese Faktoren sind für die Kaufkräfte in den einzelnen Städten elementar wichtig.“

Das sich zunehmend verändernde Mobilitätsverhalten junger Menschen mit weniger Interesse an Auto und Führerschein wurde als weiterer Aspekt genannt. „Wie kommen die dann in die Gewerbegebiete auf die grüne Wiese?“ Darauf und dass selbst ein Schraubenfabrikant wie Würth einen der beliebten Pop-up-Stores in der Innenstadt eröffnet, steht für Staatssekretär Weigert ebenfalls für einen Trend, auf den Handel und Städte Antworten finden müssen. Stadtmarketing ist dabei aus seiner Sicht ein sehr wichtiger Faktor. Die Kommunal- und Landespolitik könne sich daran beteiligen, aber sie können es nicht allein schaffen. Außerordentlich begrüßte er den bayerischen Stadtmarketingpreis, der 2020 vergeben wird.

Bayerischer Stadtmarketingtag 2019 - Foto (c) Stefan Pfister (17)Stadtmarketing ist nicht nur wichtig, das klang bei allen Reden durch; es muss auch finanziell gut ausgestattet sein. Wolfgang Puff, Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes Bayern (HBE), appellierte an die Teilnehmer: „Werben Sie für mehr Geld bei den Verantwortlichen. Stadtmarketing braucht Geld, denn es kostet!“ Der stationäre Einzelhandel sei kreativ und keineswegs abgeschrieben, wie von manchen Kritikern behauptet. „Von denen gibt es keine Antwort auf die Frage, wie die Städte in Zukunft aussehen werden“, ärgert sich Wolfgang Puff und forderte alle Beteiligten auf, gemeinsame Lösungen zu finden, um die Städte voranzubringen.

„Wir stehen an einer Zeitenwende“, sagte Schweinfurts 2. Bürgermeisterin Sorya Lippert. Der Onlinehandel boome, aber der Mensch brauche auch Begegnung in den Städten. Sie wünschte den Teilnehmern des Bayerischen Städtetags vor allem den Mut, neue Weg zu gehen.

Industrie und Kunst sind zwei herausragende „Marken“ der Stadt Schweinfurt. Der Weg von der Industriestadt zur Innovationsstadt stellte Pia Jost vor. Die Leiterin des Amtes für Wirtschaftsförderung und Liegenschaften der Stadt Schweinfurt konstatierte: Bayerischer Stadtmarketingtag 2019 - Foto (c) Stefan Pfister (42)„Schweinfurt geht es gut!“ Allerdings könne das Fluch und Segen zugleich sein; sie mahnte, sich nicht auf Erfolg auszuruhen. In Schweinfurt wolle man die Zukunft selbst gestalten. Dazu zählen unter anderem der weitere Ausbau zum High-Tech-Standort (mit Hochschule, i-Campus, i-Factory, Robotik-Studiengang oder Industrie 4.0). Schon heute gilt die Stadt als bedeutender Hochtechnologiestandort: Bei einer jüngsten Studie landete man auf Platz 12 von über 1.300 europäischen Regionen. Pia Jost ist überzeugt: „Die Forschung und Infrastruktur werden über den Erfolg von Standorten in Zukunft entscheidend sein.“

Auch die weichen Standortfaktoren sind in Schweinfurt wichtige Stadtmarketing-Maßnahmen.  „Wir haben ein sensationelles Kunstangebot für eine Stadt dieser Größe“, informierte Wirtschaftsförderin Jost. Die Leiterin der Kunsthalle Schweinfurt, Andrea Brandl, stellte ihr Haus, das als Tagungsort zur Verfügung stand, sowie das Konzept dahinter näher vor. „Schweinfurt schwimmt in Kunst“, zitierte sie eine Schlagzeile aus der Süddeutschen Zeitung anlässlich der Eröffnung der Kunsthalle im Jahr 2009 – eine Anspielung auf die frühere Nutzung Bayerischer Stadtmarketingtag 2019 - Foto (c) Stefan Pfister (54)des Gebäudes als Schwimmbad. Gemeinsam mit dem Museum Georg Schäfer werden über 200 Jahre bedeutende Kunstgeschichte in Schweinfurt präsentiert. In den vergangenen zehn Jahren haben 570.000 Besucher allein die Ausstellungen in der Kunsthalle gesehen, darunter als erfolgreichste die Main&Meer-Landesausstellung und die beiden Gunter-Sachs-Schauen. Untersuchungen zeigten, so Brandl, dass zwei Drittel der Besucher von außerhalb der Region kämen. Auch das sieht sie als ihren Auftrag an: Nicht nur schöne Kunst zu zeigen, sondern auch viele Besucher zu erreichen.

Dass Social Media eine immer wichtigere Rolle einnimmt, zu diesem Thema referierte André Braun. Der Gründer des Unternehmens Fivee Media Group ist gerade einmal 17 Jahre alt und beschäftigt bereits 70 Mitarbeiter. Mit seinen Ideen, wie Regionalmarketing heute aussehen muss, betreut er zahlreiche Kunden bundesweit. Auch die Stadt Schweinfurt hat bereits einige erfolgreiche Marketingmaßnahmen gemeinsam mit ihm umgesetzt. Für ihn ist klar: „Social Media hat für Bayerischer Stadtmarketingtag 2019 - Foto (c) Stefan Pfister (51)die junge Generation Z eine unfassbare Relevanz.“ Er ermutigte die Teilnehmer des Bayerischen Stadtmarketingtags, auch quer und neu zu denken. Vor allem Instagramm ist aus seiner Sicht das aktuell günstigste und beste Marketing-Tool. Für das Landesturnfest in Schweinfurt im Mai, das er als Beispiel nannte, zählte man über 300.000 Wiedergaben auf dem extra eingerichteten Account – und das nur aus Unterfranken! „Die Stunde 0 des Social Media Marketings schlägt jetzt. Trauen Sie sich, in dieses Gebiet reinzugehen. In einigen Jahren kann es dafür zu spät sein.“

Weitere Referenten stellten erfolgreiche Beispiele aus der Praxis vor. Dazu gehörten unter anderem Vorträge zu den Themen „Die schönsten Shitstorms und was wir daraus lernen können“ vom Handelsblatt und „Grenzübergreifend ZusammenWachsen“ des gemeinsamen Tourismus- und Standortmarketings der Städte Braunau und Simbach in der deutsch-österreichischen Grenzregion. Roland Wölfel von der ausrichtenden CIMA Beratung + Management GmbH gab zum Abschluss des Stadtmarketingtags in Schweinfurt einige Anregungen zum Thema „Stadt neu denken“ und wie man die eigene DNA in emotionale Orte, Produkte und Erlebnisse verwandeln kann.

(Text und Fotos: © Pressebüro Stefan Pfister, Schweinfurt)


Bildunterzeile Gruppenbild:
Von links: Staatssekretär im Bayerischen Wirtschaftsministerium, Roland Weigert, Roland Wölfel (Stadtmarketingtag-Ausrichter CIMA Beratung + Management GmbH), Pia Jost, Leiterin des Amtes für Wirtschaftsförderung und Liegenschaften der Stadt Schweinfurt, Schweinfurts 2. Bürgermeisterin Sorya Lippert, die Leiterin der Kunsthalle Schweinfurt, Andrea Brandl, und Wolfgang Puff, Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes Bayern.


Bayerischer Stadtmarketingtag 2019 - Foto (c) Stefan Pfister (28)Bayerischer Stadtmarketingtag 2019 - Foto (c) Stefan Pfister (65)

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