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Neujahrsempfang: Stadt will Herausforderungen der Zukunft mit „Maß, Mitte und Mut“ angehen

„Nicht mit Panik, sondern mit Maß, Mitte und Mut sollten wir den Herausforderungen unserer Zeit begegnen“. So lautete die wichtigste Botschaft von Oberbürgermeister Sebastian Remelé beim Neujahrsempfang der Stadt Schweinfurt. Überraschend wählte er hierzu ein Beispiel aus der berühmten Walt Disney Comic-Welt. (MIT BILDERGALERIE)

Neujahrsempfang 2020 - Foto Stefan Pfister (58)Der OB forderte die Gäste des Neujahrsempfangs in seiner Rede auf, die vielen anstehenden Herausforderungen gemeinsam anzunehmen und zu schultern. „Dabei sollten wir uns weder von Realitätsverweigerern noch von Apokalyptikern Bange machen lassen.“ Neben Maß, Mitte und Mut als Leitmotiv empfahl er „Schweinfurter Pragmatismus und Offenheit für das Neue unter Bewahrung des Bewährten“. Seine Ansprache beim Empfang in der Rathausdiele am Sonntag, 12. Januar 2020, wurde mit langanhaltendem Beifall quittiert.

Weniger die bevorstehende Kommunalwahl am 15. März fand Erwähnung in seiner Neujahrsansprache, bis auf die Bitte, wählen zu gehen, damit die radikalen Ränder links und rechts nicht gestärkt werden und die Stadt Schweinfurt regierbar bleibe. Vielmehr richtete Oberbürgermeister Remelé den Fokus zunächst auf Dorette Duck, einer Figur von Walt Disney, die kaum jemandem bekannt sein dürfte. Die Großmutter des weltberühmten Comic-Helden Donald Duck aus Entenhausen fuhr bereits ein Elektromobil, als die Heftchen in den 1940er Jahren entstanden. Und das in einer Zeit, als schon längst der Verbrennungsmotor seinen Siegeszug angetreten hatte.

Verbrennungs- oder Elektromotor? Die über 100 Jahre alte Streitfrage – das erste Hybrid-Fahrzeug wurde bereits 1888 von Ferdinand Porsche erfunden – stelle sich heute wieder und „ist doch nur Stellvertreter fNeujahrsempfang 2020 - Foto Stefan Pfister (73)ür viel komplexere Herausforderungen“, sagte Sebastian Remelé. Denn es gehe nicht nurmehr um das Bauteil, sondern die Frage stehe exemplarisch für die großen Fragen der Menschheit.

Und diese lauten für den OB wie folgt: „Wie wollen wir uns in Zukunft fortbewegen? Wie werden wir uns in Zukunft begegnen bzw. überhaupt kommunizieren? Wie und woher sollen wir in Zukunft unsere Energie beziehen? Welche Rolle wird hierbei die Digitalisierung spielen? Wird sie uns helfen unsere Probleme zu lösen oder wird sie sich eines Tages gegen ihre Erfinder wenden? Wird sich vor dem Hintergrund des Klimawandels unsere bisherige Lebensform nicht ändern, ja ändern müssen? Und welchen Preis sind wir bereit zu zahlen, wieviel Veränderung hält unsere Gesellschaft aus?

Der Schweinfurter Oberbürgermeister betonte dahingehend, dass solche tiefgreifenden Veränderungen nicht mit der Brechstange herbeigeführt werden könnten. Dies sei, so Remelé, in einer komplexen demokratisch verfassten Gesellschaft nicht möglich. „Sie werden Zeit benötigen!“ Er stimme dem niedersächsischen Ministerpräsidenten Weil uneingeschränkt zu, der von einem Überstülpen von wissenschaftlich gestützten Reisbrett-Programmen abrät und stattdessen empfiehlt, immer wieder die Zustimmung und das Vertrauen der Bürger zu gewinnen; auf ad hoc Manöver, und vor allem in belehrender Form, zitierte er Neujahrsempfang 2020 - Foto Stefan Pfister (29)Stefan Weils Aussagen  weiter, reagierten viele allergisch. Ohne Stufenpläne gehe es nicht. Ohne Panik, stattdessen mit dem eingangs zitierten „Maß, Mitte und Mut“ sowie einer Portion Pragmatismus sollte diesen Fragen begegnet werden. Die Mobilität, so der OB, werde man neu denken und Antworten darauf finden müssen – gerade in einer Stadt der Kugellager.

Weitere Herausforderungen stehen in Schweinfurt bevor und der OB zeigte einige Lösungen auf: zum Beispiel den Ausbau des Radwegenetzes und der E-Tankstellen sowie die Einführung einer E-Buslinie; Remelé gab diesbezüglich bekannt, dass die Stadt mit der heimischen Industrie über einen E-Shuttleservice zwischen Bahnhof und dem Gelände der Landesgartenschau 2026 in Verhandlung stehe. Attraktiver soll auch der ÖPNV werden, unter anderem mit Buslinien in den neuen Stadtteilen auf den Konversionsarealen Bellevue und Kessler Field mit Yorktown Village; zusätzlich wird ab Mitte 2022 ein einheitlicher Tarifverbund ermöglichen, mit nur noch einer Fahrkarte vom Kreuzberg über Schweinfurt bis Würzburg mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu fahren.

Die Stadt Schweinfurt wird 2020 ein Hauptaugenmerk auf das Wohnen in der Stadt richten. In Bellevue werden bereits die ersten von 650 Wohneinheiten gebaut. Auf vollen Touren würden die Planungen für das nächste Baugebiet Kessler Field mit 240 Wohneinheiten laufen. Hier könnte im Zuge der LGS 2026 eine „neue Gartenstadt“ entstehen, ein klimaneutraler Stadtteil mit einer Kombination aus Fernwärme und Photovoltaikstrom. Der OB betonte gleichzeitig, dass die Stadt allen Neujahrsempfang 2020 - Foto Stefan Pfister (57)sozialen Schichten und Generationen ein Wohnangebot machen möchte und sich nicht auf einen reinen Sozialwohnungsbau fokussieren werde. „Maß und Mitte müssen auch hier die Leitbilder städtischer Entwicklung bleiben.“

Erfreut ist das Stadtoberhaupt zudem, dass auch die Großindustrie die CO2-freie Versorgung mit Energie am Produktionsstandort zu einer Schlüsselfrage erklärt habe und einer im Dezember gegründeten Allianz aus Stadt, Stadtwerken und Hochschule, die lokale Lösungsvorschläge erarbeite, beigetreten ist. Schweinfurt soll dabei zum Reallabor werden. „Wenn wir unseren hohen Lebensstandard beibehalten wollen, ist es von existenzieller Bedeutung, dass wir Ökonomie und Ökologie nicht als Gegensatz, sondern als befruchtende Symbiose verstehen“, mahnte der Oberbürgermeister.

Als weitere Herausforderungen für die Stadt Schweinfurt neben dem Klimaschutz, der Mobilität und Energiegewinnung sieht der OB die Integration der rund 1.800 Flüchtlinge sowie auch der rund 1.500 internationalen Studierenden an. Zusätzlich wird nach seiner Ansicht der Erhalt der Infrastruktur mit über 50 Schulen, 30 Kindergärten, 60 Brücken und 80 Spielplätzen eine zentrale Zukunftsaufgabe der Stadt sein, „wenn wir unseren Ruf als lebenswerte und schöne Stadt bewahren wollen.“

(Text und Fotos: Stefan Pfister, Pressebüro Pfister/Schweinfurt)


 

Die komplette Rede zum Neujahrsempfang des Oberbürgermeisters zum Herunterladen (im PDF-Format)

Rede Oberbürgermeister Sebastian Remelé Neujahrsempfang 2020, 294 KB

 



 

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