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Rathaus (Foto: Andreas Hub)BürgerserviceRathausRathaustreppe

Oberbürgermeister Sebastian Remelé zurück im Amt

Es war ein denkwürdiger Neujahrsempfang: Oberbürgermeister Sebastian Remelé ist nach überstandener Krankheit ins Rathaus zurückgekehrt. Vier Monate nach einer Operation hatte er seinen ersten öffentlichen Auftritt im Amt und hielt eine bemerkenswert nachdenkliche Rede, die nicht nur einen Ausblick auf das Jahr 2018 wagte, sondern die auch Raum für persönliche Gedanken und Dankesworte bot. (MIT BILDERGALERIE)

Dem Oberbürgermeister war Ende September erfolgreich ein Tumor im Halsbereich entfernt worden. Nach einem mehrwöchigen stationären Neujahrsempfang 2018 - Fotos Stefan Pfister (14)Aufenthalt und einer Strahlentherapie sowie Phase der Rekonvaleszenz nahm er mit dem Neujahrsempfang der Stadt Schweinfurt am 14. Januar 2018 seinen Dienst wieder auf. Statt der üblichen protokollarischen Begrüßung der einzelnen Personen- und Berufsgruppen in der Neujahrsrede, sprach er eingangs über seinen persönlichen Schicksalsschlag. Und zeigte sich dabei in vielfacher Hinsicht dankbar: Sein Dank galt den behandelnden Ärzten und Pflegern sowie der städtischen Verwaltung, die völlig unvorbereitet seinen Ausfall habe kompensieren müssen. Stellvertretend für alle Referenten, Amtsleiter und Mitarbeiter im Rathaus dankte er namentlich der Bürgermeisterin Sorya Lippert für die sichere und professionelle Vertretung in dieser Zeit, ebenso seiner Büroleitern Dr. Anna Barbara Keck. Viele Genesungswünsche hätten ihn während der Krankheit erreicht – „es tat gut zu wissen, von einer so großen Welle der Zuneigung und des Mitgefühls getragen worden zu sein“, sagte der OB. Explizit bedankte sich Remelé zudem bei seiner Frau Monika, „die mich durch alle Höhen und Tiefen begleitet und getragen hat“.

Im zweiten Teil seiner Neujahrsansprache erinnerte Oberbürgermeister Remelé an ein für die Stadt erfolgreiches 2017, das gleichwohl ein Jahr der Baustellen gewesen sei, mit dem die Verwaltung nicht nur viel Mühe hatte, sondern was ihr auch so manchen Spott und den Bürgern die eine Neujahrsempfang 2018 - Fotos Stefan Pfister (50)oder andere Unbequemlichkeit einbrachte. Erfreut stellte er fest, dass während der Zeit der Großbaustellen Maxbrücke und Spitalstraße drei gastronomische Betriebe in der Spitalstraße eröffneten. Die Brücke sei nun derart instand gesetzt, dass man sich in aller Ruhe an die Planungen für den Neubau machen könne, so Remelé, der dahingehend den folgenden Appell anfügte: „Diesen Auftrag sollten Stadtrat und Verwaltung nutzen, Schweinfurt zu einem neuen Wahrzeichen zu verhelfen.“ Mit der neuen Maxbrücke sollten neue Impulse auch für die Mainlände und Gutermann-Promenade gesetzt werden, ebenso für die Spinnmühle, die demnächst einer neuen Verwendung zugeführt werden solle.

Auf den Konversionsflächen herrsche Aufbruchsstimmung, berichtete der OB den knapp 200 geladenen Gästen in der Rathausdiele. In Askren Manor verlaufe der Abbruch von 26 Wohnblocks plangemäß, der bis Sommer 2019 abgeschlossen sein werde. Er lobte den Mut des Stadtrates, dem Vorschlag der Stadtverwaltung gefolgt zu sein. Nur so könne ein wirklich neuer Stadtteil entstehen. Sechs Wohnblocks bleiben nach Neujahrsempfang 2018 - Fotos Stefan Pfister (52)Worten Remelés erhalten, ebenso die Offiziershäuser. Daneben werden Einfamilien- und Reihenhäuser, Appartements, eine Grundschule mit Kindertagesstätte sowie Versorgungseinrichtungen entstehen. In Yorktown Village werden ab Februar 16 neue Baugrundstücke vergeben, nachdem die Alaskastraße rechtzeitig fertiggestellt wurde. Mit der Erschließung von 60 weiteren Baugrundstücken solle 2019 begonnen werden, informierte das Stadtoberhaupt.

„In großen Schritten“ schreite auch die Entwicklung auf dem Areal der Ledward Barracks entlang der Niederwerrner Straße voran, wo der neue internationale Campus der Hochschule (i-campus)  und eine intelligente, digitale Fabrik (i-factory) entstehen werden. Der Freistaat, berichtete Remelé, habe erst vor wenigen Tagen weitere 20.000 qm Fläche zur Erweiterung der Hochschule erworben, und besitze damit nun mehr als 30 Prozent der 26 Hektar großen Kasernenfläche. Die Erd- und Gründungsarbeiten sollen im März abgeschlossen sein, danach werden die Arbeiten am Neubau des i-Campus beginnen. In die  bestehende Halle 237 soll die i-factory einziehen, nach umfassender Sanierung und als Mittelpunkt einer späteren Grünanlage. Für diese schlug der Oberbürgermeister den Namen „Marie-Curie-Park“ vor, in Erinnerung an die Nobelpreisträgerin von 1903 und 1911, die auch Mitglied der in Schweinfurt gegründeten Leopoldina Akademie war.

Neujahrsempfang 2018 - Fotos Stefan Pfister (56)Als eine einmalige Chance, die sich die Stadt nicht entgehen lassen sollte, bezeichnete der OB die Landesgartenschau 2026, um deren Austragung sich die Stadt bemüht. Mit dem Ausbau der Hochschule, der geplanten Messehalle und den Grünanlagen werde ein Lebensraum entstehen, wo sich Forschung, Wissenschaft, Wirtschaft und Öffentlichkeit begegnen. Auch hier präsentierte Remelé einen Namensvorschlag: „Johann-Lorenz-Bausch-Campus“ als Reminiszenz an den Schweinfurter Mitbegründer und ersten Präsidenten der heutigen Akademie der Nationalwissenschaften Leopoldina.

Neben der Konversion stehen große Projekte im Kulturbereich bevor. Fürs Kulturforum Martin-Luther-Platz soll ein Architekturwettbewerb zu Jahresbeginn konkrete Ideen für die Umsetzung liefern. Geplant ist, die Alte Reichsvogtei, das Stadtschreiberhaus und ehemalige Gymnasium durch eine Veranstaltungshalle miteinander zu verbinden. Der OB sieht dies als Projektionsfläche für die städtische Kulturarbeit sowie zugleich für die freien Kulturschaffenden in der Stadt – „ein wichtiger Impuls im Herzen der Innenstadt“. Mit der Überarbeitung des Stadtmuseums möchte die Stadt einen Ort schaffen, der dem großen Thema der Zeit eine Behausung gibt: Der Heimat. Der lange Zeit missbrauchte bzw. verpönte Begriff sei als Gegenentwurf zur Globalisierung wieder in aller Munde. Das Stadtmuseum soll ein „Raum der Neujahrsempfang 2018 - Fotos Stefan Pfister (57)eigenen Verortung“ werden, erklärte Remelé, in dem die Industriegeschichte einen Schwerpunkt bilde, ebenso die Weimarer Republik, die NS-Zeit, der Zustrom zehntausender Vertriebener, der 70-jährige Aufenthalt der amerikanischen Streitkräfte in Schweinfurt sowie außerdem die Geschichte der Gastarbeiter, Russlanddeutschen und Spätaussiedler.

Der Schweinfurter Oberbürgermeister kam dabei auch auf die Bundestagswahl im September 2017 zu sprechen, in der der Heimat-Begriff unter den Einflüssen der ins Land kommenden Asylsuchenden, Bürgerkriegsopfer, aber auch Wirtschaftsflüchtlingen zum Politikum geworden sei und die Parteienlandschaft dramatisch verändert habe. Im Hinblick auf die Erfolge der AfD auch in Schweinfurt forderte er gerade die Volksparteien auf, „dieses große Thema Heimat und Zuwanderung sehr ernst zu nehmen und alsbald glaubwürdige und durchsetzbare Antworten zu liefern“. Den Ängsten und Sorgen der Bevölkerung will das Stadtoberhaupt nicht nur begegnen, sondern darüber hinaus einen Beitrag zum Dialog, zur Argumentation und zur Suche nach Antworten leisten. Remelé kündigte an, mit dem Format „Der Oberbürgermeister hautnah“ das Gespräch mit Bürgern zu suchen. Themenwahl, Teilnehmerzahl und das Format will er selbst festlegen – mal privat, mal in der Kneipe dem Bürger zu begegnen und frei von der Leber weg Sichtweisen und Sorgen vortragen zu lassen.

(Text und Fotos: © Pressebüro Stefan Pfister)

Die Neujahrsrede 2018 von Oberbürgermeister Sebastian Remelé

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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