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Rathaus (Foto: Andreas Hub)BürgerserviceRathausRathaustreppe

Die Energiewende im Mittelpunkt des Neujahrsempfangs

Über 300 Gäste waren der Einladung der Stadt Schweinfurt zum Neujahrsempfang gefolgt. Neben dem Dank für die gute Zusammenarbeit und den besten Wünschen zum Neuen Jahr stellte Oberbürgermeister Sebastian Remelé die Themen Energiewende und Bevölkerungsentwicklung ins Zentrum seiner Rede. Im Rahmen des Empfangs verlieh er Marianne Firsching die Stadtmedaille in Gold. (mit großer Diaschau)

Neujahrsempfang 2012 (33)Der Neujahresempfang bildet alljährlich den Auftakt für den Wiederbeginn des politischen und gesellschaftlichen Lebens in der Stadt nach den Feiertagen und dem Jahreswechsel. Auch in diesem Jahr waren weit über 300 Gäste eingeladen, welche der mit Amtskette bekleidete Oberbürgermeister Sebastian Remelé gemeinsam mit Gattin Monika in der Rathausdiele begrüßte. Dazu zählten Vertreter der Politik, Kommunen, Kirchen, Justiz, Polizei sowie von Bundes- und Landesbehörden; außerdem waren Repräsentanten aus der Wirtschaft, von Kammern, Arbeitgeberverbänden und Gewerkschaften, Vereinen und Verbänden, aus der städtischen Verwaltung und von Tochtergesellschaften sowie Mitglieder des Stadtrates erschienen. Prominente Gäste waren etwa die beiden hiesigen Abgeordneten des Europaparlamentes, Dr. Anja Weisgerber und Kerstin Westphal, der Bundestagsabgeordnete Michael Glos, MdL Gerhard Eck, Regierungsvizepräsident Dr. Andreas Metschke, Landrat Harald Leitherer sowie der Oberstleutnant Michael D. Runey von der US-Army.

Neujahrsempfang 2012 (18)In seiner halbstündigen Rede richtete der Oberbürgermeister den Fokus auf das Fukushima-Unglück Anfang 2011 und die daraus resultierenden Herausforderungen für Deutschland und Schweinfurt. Der schnelle Ausstieg aus der Atomkraft durch die deutsche Regierung lasse zwar für die Schweinfurter mit dem Abschalten des Kernkraftwerkes Grafenrheinfeld einen langgehegten Wunsch in Erfüllung gehen. Remelé warnte allerdings davor, nun zu glauben, mit der bloßen Abschaltung wären alle energetischen Probleme gelöst. Vielmehr werde die Energiewende eine Kraftanstrengung bedeuten, die nicht nur viel Geld verschlingt.  Zusätzlich werde, so mahnte der OB, der Ausbau der regenerativen Energien das Landschafts- und Ortsbild verändern: Tausende Windkraftanlagen mit einer Höhe von bis zu 200 Meter, Photovoltaikanlagen in der Größe von Fußballfeldern und Biogasanlagen müssten hierzulande errichtet werden, dazu neue Stromtrassen quer durch die Republik.

Neujahrsempfang 2012 (17)„Auch die Stadt Schweinfurt als größter Wirtschaftsstandort Nordbayerns wird bei diesem Prozess nicht unbeteiligt beiseite stehen können“, stellte das Stadtoberhaupt fest und mahnte Verständnis hierfür an. Entgegen mancher gegenteiliger Behauptung befinde sich Schweinfurt seit längerem auf einem umweltfreundlichen Weg. „So sind unsere Stadtwerke bereits jetzt in der Lage, nahezu alle privaten Haushalte mit umweltfreundlichem Strom zu versorgen.“ Nach Angaben des OB hatte die Stadt außerdem bis zum Jahresende 2011 knapp 70 Prozent aller beheizten städtischen Gebäude mit Fernwärme oder Blockheizkraftwerken ausgestattet. Die Quote werde sich demnächst bis auf 90 Prozent erhöhen, versprach Remelé. Damit einhergehend engagiert sich die Stadt über das normale Maß in der energetischen Sanierung. Die EU-Quote, mindestens 3,0 Prozent der Gebäudeflächen pro Jahr energetisch zu sanieren, werde in Schweinfurt seit 2008 mit 5 bis 7 Prozent pro Jahr übererfüllt. Auch die städtische Wohnbaugesellschaft SWG habe in der letzten Dekade 80 Prozent ihres Flächenbestandes diesbezüglich erneuert und jährlich vier Millionen Euro hierfür ausgegeben.

Neujahrsempfang 2012 (21)Der Oberbürgermeister hob zudem das Engagement der Stadt im Bereich des Photovoltaikausbaus hervor. Sieben Anlagen produzierten jährlich eine Strommenge von 700 kwp, weitere Anlagen mit einer Gesamtleistung von 480 kwp werden im neuen Jahr auf städtischen Gebäuden errichtet. Weiterhin sollen die Stadtwerke Schweinfurt demnächst ein energetisches Gesamtkonzept im Stadtrat präsentieren. Er betonte, dass aber nur das umgesetzt werden soll, „was rechtlich zulässig, wirtschaftlich sinnvoll und ökologisch nachhaltig ist“. Auch im Bereich Elektromobilität will die Stadt Pionierarbeit leisten: So informierte der OB die Gäste, dass die Stadt Schweinfurt 2012 fünf Elektrofahrzeuge anschaffen werde, und der bislang einen Stromtankstelle am Silvana sechs bis acht weitere im gesamten Stadtgebiet folgen sollen.

Neujahrsempfang 2012 (34)Zweiter zentraler Punkt in der Neujahrsansprache des Oberbürgermeisters war die demografische Entwicklung und die damit verbundenden Auswirkungen auf Schweinfurt. Seit der letzten Volkszählung 1987 weist die Stadt den niedrigsten Bevölkerungsstand mit aktuell 52.963 Einwohnern auf - Tendenz weiter sinkend! Die Prognose des Landesamtes für Statistik sagt bis zum Jahr 2029 jeweils ein Minus im zweistelligen Prozentbereich für alle Altersgruppen bis 65 Jahre voraus. Lediglich darüber gibt es Wachstum: Die Zahl der bis 90-Jährigen werde um fast 15 Prozent steigen, die der noch Älteren sogar um über 50 Prozent, sagte Remelé. Nur weil sehr viele ausländische Mitbürger und Bürger mit Migrationshintergrund Kinder in die Welt setzten, schrumpfe die Einwohnerzahl der Stadt langsamer als in anderen Gebieten Nordbayerns.

Neujahrsempfang 2012 (2)„Wir sind uns sicherlich einig, dass von staatlicher wie auch kommunaler Seite noch viel getan werden kann und muss, um den demografischen Niedergang unseres Volkes entgegenzuwirken“, appellierte er an alle Verantwortlichen. Nebenbei betrieb der OB Ursachenforschung für diese dramatische Entwicklung, gegen die in manchen Punkten selbst die Politik machtlos sei. „Es ist der fortschreitende Infantilisierung unserer Gesellschaft, ein um sich greifender Jugendwahn, der selbst vor den Senioren nicht Halt macht.“ Offenbar, so seine Vermutung, fürchteten sich viele immer mehr vor dem Erwachsenensein, das gekennzeichnet sei von klaren Entscheidungen, Verzicht und Verantwortung. Dies sei vielleicht auch eine Erklärung für die erneut gestiegene Zahl der Ehescheidungen, rätselte Remelé und ergänzte: „Zugenommen haben in Schweinfurt einzig die Kfz-Zulassungen und die Zahl der Hunde.“

Neujahrsempfang 2012 (26)Abschließend  verlieh er der früheren Stadträtin Marianne Firsching (SPD) für ihre Verdienste die Stadtmedaille in Gold. Seit 1984, bis zu ihrem freiwilligen Ausscheiden im September 2011, gehörte sie dem Stadtrat an. Zusätzlich war sie in vielen Vereinen und Verbänden, wie etwa der IG Metall, als Vertrauensfrau der Firma SKF, als Vorsitzende im SPD-Ortsverband West oder als Gründungsmitglied und Vorsitzende im Deutschen Kinderschutzbund. Der Oberbürgermeister lobte in seiner Laudatio zudem ihre Leistungen im Bereich Ausbildung von Kindern, bei der Integration von ausländischen Mitbürgern sowie für das Miteinander von Jung und Alt. Der früheren Einschätzung des SPD-Bezirksvorsitzenden Frank Hofmann, der Marianne Firsching „das soziale Gewissen der Schweinfurter SPD“ nannte, schließe er sich vorbehaltlos an. Firsching bedankte sich danach für die Auszeichnung und versprach, sich weiterhin in Schweinfurt zu engagieren.

(Text und Fotos: © Pressebüro Stefan Pfister)


Fotos Neujahrsempfang 8.1.2012

DiashowDiaschau 2012


Neujahrsansprache des Oberbürgermeisters im Wortlaut


 

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