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Erstmals Sommerempfang in der Kunsthalle – OB übt Kritik und mahnt Veränderungen an

Bei der Premiere des Sommerempfangs der Stadt Schweinfurt stellte Oberbürgermeister Sebastian Remelé zwei Krisen in den Mittelpunkt seiner Rede. Dabei sparte er nicht mit Kritik an der Regierung sowie Gesellschaft und prophezeite einen harten Winter. Die eigenen Schwächen schonungslos aufzudecken und zu bekämpfen, sieht er als eine wichtige Aufgabe an. „Es gilt, vieles zu verändern“, mahnte der OB. (MIT BILDERGALERIE)

Zweimal musste der Neujahrsempfang der Stadt Schweinfurt wegen Einschränkungen aufgrund der Coronavirus-Pandemie abgesagt werden. Traditionell findet dieser im Januar in der Rathausdiele statt. In diesem Jahr hat Oberbürgermeister Sebastian Remelé die Vertreter aus Politik aus Politik, Gesellschaft, Sommerempfang 2022 - Foto (c) Stefan Pfister (65)Wirtschaft, Religion, Kultur, Sport, Wissenschaft und Bildung erstmals zu einem Sommerempfang in den Innenhof der Kunsthalle eingeladen. Die Verwirrung darüber im Vorfeld griff der OB zu Beginn seiner Rede kurz auf. Dabei ließ er jedoch offen, ob es sich um die Nachholung der ausgefallenen Empfänge oder bereits um die Vorwegnahme der 2023er Veranstaltung handelt oder sogar um ein neues Format zur Belebung der Kunsthalle und damit der Innenstadt. „Fragen, deren Beantwortung wir getrost dem Zeitablauf überlassen können“, sagte er beim Sommerempfang am 10. Juli 2022.

Das Stadtoberhaupt stellte zwei einschneidende Ereignisse, die kaum jemand zuvor für möglich hielt, in den Mittelpunkt seiner gut 20-minütigen Rede: Die präzise mit der Kommunalwahl in Bayern am 15. März 2020 begonnene Corona-Pandemie und der seit Februar 2022 tobende Krieg in der Ukraine. Ein Krieg in Europa sei „geradezu denkunmöglich“ gewesen, meinte Remelé. Er schlussfolgerte daraus, dass dieser das Angesicht Europas und die liebgewonnene Lebensweise möglicherweise über Generationen beeinträchtigen werde. Innerhalb von Monaten Sommerempfang 2022 - Foto (c) Stefan Pfister (56)seien alte Wahrheiten abgeräumt und neue Realitäten geschaffen worden. „Wir mussten schmerzhaft begreifen, dass Frieden und Wohlstand eben kein in Zement gegossener Dauerzustand ist, sondern ein zartes Gebilde, dass im wörtlichen wie übertragenen Sinne verteidigt werden muss.“

Dabei übte er Kritik, unter anderem an „unserer satten Gesellschaft“. Wohlstand und Freiheit zu bewahren, funktioniert nach Ansicht des OB nicht im „Schlafwagenabteil“. Im Hinblick auf den Umstand, dass die Ukrainer der Aggression Russlands nicht weichen und stattdessen sich und ihre Familien und Werte verteidigen, sollte man sich die Frage stellen, „ob wir dazu überhaupt noch Willens und in der Lage sind?“ Leider schafften weniger Waffen, anders als von der Friedensbewegung herbeigesehnt, nicht zwingend Frieden. Aggressoren wie Russlands Staatspräsident würden dadurch stimuliert, Krieg als Fortsetzung der Politik imperialer Größe zu betrachten. Militärisch jedoch sei man derzeit auf der Stufe der Wehrfähigkeit von Estland angelangt und damit blank, zitierte der OB den Inspekteur des Heeres. Rückblickend sei es unverständlich, wie alle Parteien zugesehen haben, wie die Streitkräfte so aushungerten.

Sommerempfang 2022 - Foto (c) Stefan Pfister (55)Ein anderes Problem sieht Oberbürgermeister Remelé in der künftigen Energieversorgung auch in Schweinfurt, wo rund 60 Prozent der Häuser und Wohnungen mit Gas beheizt werden und viele Industriebetriebe und Unternehmen existentiell von dem Brennstoff abhängig sind. Aus seiner Sicht ist es deshalb völlig unverständlich, warum die Bundesregierung nicht längst die verbliebenen Atomkraftwerke am Netz halte wie die Kohlekraftwerke. Der OB kritisierte das Zögern und forderte, die Rohstoffabhängigkeit von Russland so schnell wie möglich zu vermindern.

Auch die Region ruft er auf, ihren Beitrag zur Energiewende und Versorgungsautonomie zu leisten, zum Beispiel mit einem großflächigen Ausbau von Photovoltaik und Windkraft. „Die Stadtwerke stehen hier Gewehr bei Fuß“, erklärte Remelé und mahnte die Mithilfe des Umlandes und benachbarter Landkreise an. Ohne die Bereitstellung entsprechender Flächen und ohne einen massiven Ausbau der Netze werde dieser Kraftakt nicht gelingen.

Sommerempfang 2022 - Foto (c) Stefan Pfister (62)Zuvor hatte der Oberbürgermeister auf die seit mehr als zwei Jahren andauernde Corona-Pandemie zurückgeblickt – der zweite große Themenkomplex seiner Rede. Fürs Erste könne er feststellen, dass die Verwaltung mit allen Einschränkungen und Defiziten auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene ihre Bewährungsprobe bestanden habe. Er bedankte sich bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadt Schweinfurt und aller Töchterunternehmen für ihren Einsatz, ihr Improvisationsgeschick und ihr Durchhaltevermögen zum Wohle der Bürgerinnen und Bürger, sowie außerdem beim Landkreis Schweinfurt und dem Staatlichen Gesundheitsamt für die gute Zusammenarbeit.

Gleichwohl müsse man wachsam bleiben. Nach der aktuellen Atempause ab Herbst sei mit einem erneuten Anstieg der Infektionen zu rechnen. Der OB ist überzeugt, dass das Virus Teil des Alltags bleibe und man deshalb alle zur Verfügung stehenden Mittel nutzen müsse, die es ermöglichen mit ihm zu leben. Einen historischen Glücksfall nannte er dahingehend, dass es gerade in Deutschland gelungen sei, einen wirksamen Impfstoff zu finden. Dabei Sommerempfang 2022 - Foto (c) Stefan Pfister (69)habe man in einer Demokratie zu akzeptieren, dass sich nicht alle Bürgerinnen und Bürger von einer Impfung überzeugen lassen. Unverständlich nannte er jedoch die Vorwürfe der Corona-Leugner einer Unterdrückung seitens des Staates, der ihnen gleichzeitig Meinungs- und Versammlungsfreiheit gewähre. Die Ergebnisse dreier Landtagswahlen hätten eindrucksvoll bewiesen, dass es sich dabei um eine Minderheit handelt.

Sein Fazit zum Schluss des Sommerempfangs 2022 in der Kunsthalle: „Uns bleibt die Aufgabe, die aufgezeigten Schwächen und Versäumnisse, die beiden Krisen offengelegt haben, nicht allzu schnell zu vergessen. Wenn beide Ereignisse irgendetwas Gutes mit sich bringen, dann die Einsicht, dass es gilt, vieles zu verändern, um möglichst unverändert weiter zu leben. Hierzu werden wir nicht weniger, sondern länger und vielleicht auch härter arbeiten müssen. Schon der bevorstehende Winter wird uns wieder Verzicht lehren“, sagte Oberbürgermeister Sebastian Remelé am Ende seiner Rede.
(Text und Fotos © Stefan Pfister/Pressebüro Pfister, Schweinfurt)
 

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