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Landesgartenschau 2026 findet nicht in Schweinfurt statt

Die Stadt Schweinfurt wird nicht Gastgeber der Bayerischen Landesgartenschau im Jahr 2026 sein. Oberbürgermeister Sebastian Remelé gab am 19. Oktober 2022 schweren Herzens bekannt, dass der Stadtrat in seiner nächsten Sitzung einen entsprechenden Beschluss für einen Ausstieg aus dem Projekt fassen wird. Einer der Gründe, der die Verantwortlichen zum Umdenken bewogen hat, sind die gestiegenen Investitionskosten für die Realisierung des als Daueranlage geplanten Bürgerparks auf dem Konversionsgelände Ledward Barracks.

LGS 2026 - PK Absage 19.10.2022 - Foto (c) Stefan Pfister (3)Oberbürgermeister Sebastian Remelé und die Vorsitzenden der Stadtratsfraktionen CSU und Bündnis 90/Die Grünen, Stefan Funk und Holger Laschka, bedauerten den Ausstieg aus der Landesgartenschau außerordentlich. Die Stadtverwaltung habe es sich nicht leicht gemacht, sagte der OB bei einer Pressekonferenz im Rathaus. Es sei ein trauriger Abschied, aber aufgrund der Kostensteigerung nachvollziehbar.

Ausschlaggebend für das Umdenken der Stadtverwaltung und den daraus resultierenden Ausstieg waren mehrere Gründe: Neben den steigenden Baukosten wurden die steigenden Energiekosten durch den Ukraine-Krieg sowie die vielen Großprojekte, die in den kommenden Jahren in Schweinfurt realisiert werden müssen, genannt. „Nach zwei Jahren Corona-Pandemie und nun auch noch durch den Krieg hat sich alles auf den Kopf gestellt. Die Landesgartenschau kam vielleicht zur falschen Zeit“, konstatierte Stefan Funk.

Lange hatte auch der Schweinfurter Oberbürgermeister gehofft, dass die Stadt dieses Vorhaben trotz der schwierigen Zeiten stemmen könne. „Die letzten Kostenrechnungen, die mir Mitte September vorgelegt wurden und LGS 2026 - Luftaufnahme Gelände Landesgartenschau - Foto Marcus Schlaf LGS 2026 GmbHdie aktuellen Planungen zum Haushalt 2023 zwingen mich aber nun, diesen heutigen Schritt zu gehen“, erklärte Remelé. Zuletzt haben sich die Investitionskosten nach seinen Angaben von neun Millionen Euro im Jahr 2020 auf  rund 23 Millionen Euro erhöht. Die Durchführungskosten der Veranstaltung sind in dieser Summe noch gar nicht eingerechnet. Wobei auch hier Kostensteigerungen gedroht hätten; konkrete Zahlen will der OB in der Stadtratssitzung am 25. Oktober 2022 nennen.

Erschwerend kommt laut Remelé hinzu, dass die erhoffte Erholung der Gewerbesteuer ausbleibe, was Schweinfurt als Standort großer Weltunternehmen im Gegensatz zu vielen anderen Städten in besonderem Maße treffe. Er erinnerte in diesem Zusammenhang daran, dass schon im Jahr 2019, also noch vor Beginn der Pandemie, die Stadt einen Einbruch von vormals über 70 Millionen Euro auf 47 Millionen Euro verzeichnen musste. Für das kommende Haushaltsjahr rechnet das Rathaus mit ähnlichen Einnahmen von nur 49 Millionen Euro. Nicht nur auf Schweinfurt, sondern das gesamte Land sieht der Oberbürgermeister schwierige Zeiten in den nächsten Jahren zukommen. „Zur LGS 2026 - Gartenperspektive im Bürgerpark -  Copyright PlanoramaSchadenfreude der LGS-Gegner besteht kein Anlass. Denn an diesem Tag stirbt nicht nur ein Projekt, das weit über die Grenzen unserer Kommune positive Strahlkraft entfaltet hätte. Es zeigt sich auch, dass die aktuelle wirtschaftliche Lage Städte wie Schweinfurt dazu zwingt, Stadtentwicklung einzubremsen, Vorhaben auf Eis zu legen, weit in die Zukunft zu verschieben oder sogar aufzugeben.“

Gleichwohl will man nicht den Kopf in den Sand stecken. Remelé kündigte an, dem Stadtrat einen Alternativvorschlag vorzulegen. Dieser wird von den Fraktionen CSU und Bündnis 90/Die Grünen unterstützt. „Wir wollen Möglichkeiten aufzeigen, wie das Ledward-Gelände trotz des Ausstiegs aus dem Projekt Landesgartenschau entwickelt werden kann.“ So möchte die Stadtverwaltung an den Kernzielen festhalten und das Ledward-Areal in eine Grünanlage verwandeln, auch wenn diese dann nicht die Qualität der LGS 2026 haben werde, so der OB. Ebenfalls nicht aufgegeben werden sollen die angedachten Korrespondenzprojekte mit einem grünen Band, das vom Stadion über die Carus-Allee, den Theodor-Fischer-Platz und Schelmsrasen bis in die Innenstadt und an den Main reicht. LGS 2026 - Gelände mit Halle 237 und Carus-Allee - Foto (c) Stefan Pfister (9)Jedoch kann der ursprüngliche Zeitplan nicht eingehalten werden. Remelé: „Unsere Stadtentwicklung wird daher langsamer vorangehen, aber sie wird nicht stillstehen.“

Stefan Funk von der CSU hält es für richtig, versiegelte Flächen zu entsiegeln, weshalb es auch richtig gewesen sei, eine Landesgartenschau ausrichten zu wollen. Gleichwohl möchte seine Fraktion am Konzept eines grünen Bandes und an der Idee eines Volksparks, der den Bürgern zu Gute kommt, festhalten. „Vielleicht können wir eine Landesgartenschau ohne Kassenhäuschen veranstalten.“

Auch für Holger Laschka (Bündnis 90/Die Grünen) ist es ein schmerzhafter Abschied von einem Herzensprojekt. Er ist überzeugt, dass die Stadt Schweinfurt in mehrfacher Hinsicht von einer Landesgartenschau profitiert hätte – nicht nur hinsichtlich des Klimaschutzes, sondern auch um das Image der Stadt aufzubessern. Beim Stadtmarketing müssten nun zeitnah neue Ideen entwickelt werden, forderte er. Laschka appellierte zudem eindringlich an alle Fraktionen und Gruppierungen im Stadtrat, konstruktiv in allen Bereichen mitzuarbeiten.

LGS 2026 - Gelände mit Halle 237 und Carus-Allee - Foto (c) Stefan Pfister (1)In einer schriftlichen Stellungnahme bedauerte Gerhard Zäh, Vorsitzender der Gesellschafterversammlung der gemeinnützige Bayerischen Landesgartenschaugesellschaft (ByLGS), dass die bereits begonnene Arbeit nicht fortgesetzt werde. „Aber wir verstehen die Argumentation der Stadt Schweinfurt, vor allem die finanzielle Sorge angesichts weiterer Großprojekte, die unaufschiebbar sind, und tragen die Entscheidung mit.“

Martin Richter-Liebald, Geschäftsführer der Bayerischen Landesgartenschau GmbH, bedauert und respektiert den Ausstieg der Stadt Schweinfurt. „Es gab ja immer wieder knappe Entscheidungen im Stadtrat, der eben nicht geschlossen hinter dem Projekt stand. Das politische Tauziehen um die Landesgartenschau war natürlich auch für das Team zum Teil zermürbend, dennoch hat es großartige Arbeit geleistet. Auch das Planungsbüro Planorama hat professionell immer den Blick nach vorne gerichtet und ich bin nach wie vor von der Qualität des Entwurfes überzeugt. Ich hoffe und wünsche mir, dass die Stadt möglichst viele Komponenten der Planung realisiert.“

(Text: Stefan Pfister / Pressebüro Pfister, Schweinfurt)
 

Bildbeschreibungen / Bildrechte
beginnend von oben nach unten, inklusive Miniaturbild/Teaserfoto Startseite:
1.) Teilbereich der ehemaligen Ledward Kaserne mit der letzten verbliebenen Panzerhalle im Hintergrund, wo ein Bürgerpark als Daueranlage für die Landesgartenschau 2026 entstehen sollte. Foto: © Stefan Pfister
2.) Oberbürgermeister Sebastian Remelé (Bildmitte) mit den Vorsitzenden der Stadtratsfraktionen CSU und Bündnis 90/Die Grünen, Stefan Funk (links) und Holger Laschka bei der Pressekonferenz am 19. Oktober 2022 im Rathaus. Foto: © Stefan Pfister
3.) Luftaufnahme des für die Landesgartenschau 2026 vorgesehenen Geländes in Ledward Barracks (freie Fläche in der Bildmitte). Foto: © Marcus Schlaf / Landesgartenschau 2026 GmbH
4.) Gartenperspektive des geplanten Bürgerparks. Foto © Planorama
5.) Die Panzerhalle 237 sollte bei der Landesgartenschau als Blumenhalle genutzt werden. Foto: © Stefan Pfister
6.) Bereits im Jahr 2021 wurde die Carusallee südlich des geplanten Bürgerparks fertiggestellt, als zentrale Ost-West-Achse mit Fuß- und Radwegen und Aufenthaltsbereichen vom Theodor-Fischer-Platz bis zur Heeresstraße. Foto: © Stefan Pfister

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Fax: +49 (9721)51-266
E-Mail: buergerservice@schweinfurt.de

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