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Schweinfurt als Lernort ganz vorne dabei

Im Deutschen Lernatlas der Bertelsmann-Stiftung landet die Stadt auf Spitzenplätzen – Lohn für viele Aktivitäten

Schweinfurt bietet deutschlandweit mit die besten Lernbedingungen. Beim Städteranking 2010, das die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) in Kooperation mit der Wirtschaftswoche durchgeführt hatte (wir berichteten), belegte die Stadt schon Spitzenplätze. Nun bestätigte der „Deutsche Lernatlas 2011“ der Bertelsmann- Stiftung, dass Schweinfurt sehr gute Voraussetzungen fürs Lernen hat.

epaper_Schweinfurter_Tagblatt_20111215-25 1Nach dem Ranking 2010 – es beschäftigte sich mit dem Jahr 2008 – gingen von allen Schulabsolventen in Schweinfurt nur vier Prozent ohne einen Abschluss ab. Im Vergleich der 100 einwohnerstärksten Städte in Deutschland bedeutete das Rang vier, in Bayern lag Schweinfurt mit dem Wert für 2008 sogar auf dem Sonnenplatz.
Dazu reichte es beim aktuellen „Deutschen Lernatlas“ zwar nicht. Mit einem Gesamtindex von 59,57 Punkten liegt die Stadt im Vergleich zu den Klein- und Mittelstädten in Deutschland aber immerhin an fünfter Stelle. Spitzenreiter ist Bamberg. Im bundesweiten Vergleich aller 112 von der Stiftung untersuchten Städte – also inklusive der Großstädte – belegt Schweinfurt den siebten Platz.

Auffällig ist, dass die Städte im Süden die Nase vorn haben: Bei den Großstädten München, bei den mittleren Großstädten Erlangen (2. Platz Heidelberg) und eben Bamberg. Würzburg liegt mit 57,56 Punkten übrigens hinter Schweinfurt.

Was ist der Lernatlas? Er veranschaulicht den Stellenwert des Lernens in allen 412 deutschen Kreisen und Städten. Illustriert wird, inwieweit eine Kommune über die Lernvoraussetzungen verfügt, „um wirtschaftlich und sozial erfolgreich zu sein“, so die Bertelsmann-Stiftung.

Wie ermittelt man den Index? Für den Deutschen Lernatlas wurden über 300 Kennzahlen aus unterschiedlichen Quellen überprüft. Aus den aussagekräftigsten 38 Kennzahlen wurde der Gesamtindex gebildet, der abbildet, wie gut die Entwicklungschancen der Bürger in den verschiedenen Lebensbereichen, Lernformen und Lernorten sind.

Der städtische Schulreferent Jürgen Mainka ist natürlich zufrieden, machte gegenüber dieser Zeitung aber klar, dass die Spitzenplätze nicht von ungefähr kommen. Harte Arbeit auf vielen Feldern stecke dahinter. Zuvorderst nennt er die Lehrer, die „unheimlich rackern“. Dass es in Schweinfurt so wenige Schulabgänger ohne Abschluss gebe, sei hauptsächlich das Verdienst der Lehrkräfte der drei Hauptschulen. An Albert-Schweitzer-, Auen- und Friedenschule (FS) sind außerdem die Ganztagsklassen ausgebaut worden. Eine weitere wichtige Rolle spielen die vor Jahren installierten Praxisklassen in der achten Jahrgangsstufe. Pro Woche gehen die Schüler einen Tag in Betriebe, lernen so auch den Alltag, eben Praxis kennen.

epaper_Schweinfurter_Tagblatt_20111215-25 3Schweinfurt setzt zudem bei der Sprachförderung sehr früh an, muss das tun, weil in Kindergärten und Krippen der Anteil der Kinder mit Migrationshintergrund bei 46 Prozent (zum Vergleich Bayernwert: 25 Prozent) liegt, bei jedem zweiten Kind haben die Mama und/oder der Papa keine deutsche Wurzel.

Bei einer Debatte kürzlich im Stadtrat listete Mainka viele „Maßnahmen“ auf, die Stadt (unter anderem im Projekt „Gern daheim“) sowie haupt- und ehrenamtliche Partner leisten. Genannt sei die Jugendsozialarbeit an Schulen durch das Haus Marienthal, Deutschförderunterricht, Hausaufgabenhilfen, Lesewerkstatt oder das Projekt „Kinder lernen spielend deutsch“.

Fürs kommende Haushaltsjahr hat die Stadt ein auf fast 900 000 Euro erhöhtes Paket geschnürt. Neben der Unterstützung beim Ausbau der Betreuungsplätze und der Zuschüsse für den laufenden Betrieb in den Kindertageseinrichtungen werden in zunächst fünf Stadtteilen „Familienstützpunkte“ installiert. Dabei handelt es sich um Anlauf- und Kontaktstellen zuvorderst für Eltern, die dort Informationen und Angebote zur Verbesserung ihrer und der Bildung ihrer Kinder erhalten. Mainka verspricht sich davon viel.

Wie nötig diese Stützpunkte sind, zeigte sich bei erwähnter Stadtratsdebatte, die Werner Bonengel ausgelöst hatte. Dem SPD-Stadtrat waren die stark differierenden Übertrittsquoten der Grundschulen auf Gymnasien aufgefallen. Sie lagen zwischen 60 und nur 20 Prozent eines Jahrgangs. Als Hauptursache nannte Mainka die Erziehungsberechtigten. Viele Eltern hätten für die längst auch in den Grundschulen eingerichteten Ganztagsklassen „noch keinen Zugang“, bedauerte der Schulreferent. Es sei deshalb „ganz entscheidend, an diese Eltern ranzukommen“.

epaper_Schweinfurter_Tagblatt_20111215-25 2Die Stadt versucht das vielfältig, etwa mit dem Projekt „Rucksack“ für Eltern, das deren Erziehungskompetenz erweitert und die Sprache fördert. Das Haus Marienthal bietet das Eltern-Projekt in zwei Horten an. Es dient auch dazu, Unsicherheiten abzubauen. „Was ein Kind in den ersten Jahren seines Lebens erlebt, ist entscheidend für seine Zukunft“, begründete Mainka das – auch finanzielle – gesteigerte Bemühen der Stadt.

Quelle: Mainpost vom 14.12.2011
Autor: Redaktionsmitglied der Mainpost Hannes Helferich
Fotos: Ruppert und Winterhalter

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