Cookies ermöglichen eine bestmögliche Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Seiten und Services erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. Mehr InfosOK
Anmeldung
Benutzername
Passwort
 
Neu anmeldenPasswort vergessen?
SchriftAAAKontrast
FH Neubau AußenaufnahmeSKF Hochhaus SkylineMain River Island Conference and Hotel CenterIndustriegebäude im Gewerbegebiet

Zukunftsvision 2030: Stadt Schweinfurt möchte grüne Industriestadt werden

Es ist eine Herkulesaufgabe, die Verantwortlichen aber sind optimistisch: Die Stadt Schweinfurt soll bis zum Jahr 2030 eine grüne Industriestadt werden. Weitgehend frei vom klimaschädlichen CO₂, trotzdem ein leistungsstarker Produktionsstandort und dazu ein attraktiver Platz zum Wohnen und Leben. Hierbei soll auch das nächste Neubaugebiet Kessler Field eine wichtige Rolle spielen.

Zukunftsforum PK 13.12.2019 - Foto (c) Stefan Pfister (2)Die Stadtverwaltung, Großindustrie und Hochschule FHWS haben sich gemeinsam dieses hohe Ziel gesteckt und ziehen für die Zukunftsvision „Schweinfurt 2030“ an einem Strang. Am 13. Dezember 2019 haben die Verantwortlichen ihre Pläne im Rathaus vorgestellt. „Wir haben heute die Idee besprochen, wie wir Schweinfurt in die Zukunft führen und wie wir aus Schweinfurt eine grüne Industriestadt machen“, informierte Oberbürgermeister Sebastian Remelé.

Langfristig möchten Stadt, Industriebetriebe und Hochschule aus Schweinfurt eine „klimaneutrale Stadt“ machen, wie es Professor Dr. Johannes Paulus von der Fakultät Maschinenbau an der FHWS formulierte. Dazu sollen nicht nur die energieintensiven Unternehmen beitragen, von denen die Stadt Schweinfurt als Industriestadt natürlich stark lebe, so Paulus weiter. Auch die öffentlichen und privaten Bereiche sind in dem Konzept vorgesehen. „Wir müssen das Thema ganzheitlich betrachten.“ Dabei sieht der OB keinen Gegensatz zwischen Ökonomie und Ökologie, beide würden sich sogar befruchten.

Bei dem Spitzengespräch im Rathaus tauschten sich Vertreter von Stadt und Stadtwerke, von Zukunftsforum PK 13.12.2019 - Foto (c) Stefan Pfister (4)Schaeffler, SKF, ZF, SenerTec und der Hochschule für angewandte Wissenschaften (FHWS)  auch über die Erfolgsaussichten der Technologie Wasserstoff aus. Dieser Energieträger bietet viele Chancen, davon ist nicht nur Hans-Jürgen Schneider, Standortleiter der ZF Friedrichshafen AG überzeugt. Gleichwohl benötigt die Industrie auch künftig enorme Energiemengen. „Und wir wollen natürlich unsere drei Großbetriebe in Schweinfurt halten“, betonte Schneider. Die Stadt Schweinfurt, ergänzte Stadtwerke-Geschäftsführer Thomas Kästner, sei hinsichtlich des Energiebedarfs vergleichbar mit einer Großstadt. Der kommunale Netzbetreiber hat in diesem Jahr ein eigenes, innovatives Brennstoffzellenprojekt gestartet. Erstes Fazit von Kästner: „Es sieht positiv aus“. 

Zukunftsforum PK 13.12.2019 - Foto (c) Stefan Pfister (6)Als erster Schritt im Rahmen des Zusammenschlusses Stadt/Industrie/Hochschule soll eine Infrastrukturstudie erstellt werden. Dazu werden von allen relevanten Bereichen Daten erhoben, unter anderem zum Energie- und Stromverbrauch oder etwa zum CO₂ Ausstoß. Damit wird untersucht, „wie unsere Stadt eigentlich funktioniert“, sagte der OB. Auf dieser Basis wird anschließend ein Simulationsprogramm erstellt, wie sich welche Vorhaben konkret auswirkten. In einem Computermodell, einem sogenannten „digitalen Zwilling“ der Stadt Schweinfurt, würden die Auswirkungen von verschiedensten Veränderungen abgebildet. Daraus wiederum könnten dann wertvolle, realistische Hinweise zu möglichen Maßnahmen und deren künftige Wirkungsweise gewonnen werden.

Zum Beispiel für eine klimaneutrale und gleichzeitig bezahlbare Energiebereitstellung für die Großbetriebe oder für den öffentlichen Nahverkehr oder die Konzeption von Baugebieten. Als ein konkretes Projekt nannte Oberbürgermeister Remelé beim Spitzengespräch das nächste Neubaugebiet Kessler Field hinter dem Willy-Sachs-Stadion. Rechtzeitig bis zur benachbarten Landesgartenschau 2026 soll es verwirklicht sein. Der OB wünscht sich dort „den ersten grünen Stadtteil – eine neue Gartenstadt des 21. Jahrhunderts“.

Zukunftsforum PK 13.12.2019 - Foto (c) Stefan Pfister (3)Drei Jahre gibt sich das „Konsortium“ (Prof. Paulus) Zeit zur Datenerhebung und Analyse für die Infrastrukturstudie. Ein recht langer Zeitraum, den Schweinfurts Stadtoberhaupt aber als wichtig erachtet: „Wir müssen sehr viele Daten für eine realistische Modellbildung sammeln. Denn wir wollen auch wissen, auf welcher Basis der Stadtrat später Entscheidungen treffen wird“, so Remelé. Er nennt dieses Vorgehen besser als einen „Schnellschuss“ in nur einem Jahr. „Es geht uns nicht um Kosmetik, sondern um ein umfassendes Konzept mit einer hohen Wahrscheinlichkeit der Umsetzung.“

Für die Erstellung der Studie, die den Titel „Schweinfurt 2030“ trägt, wird nach Angaben von Prof. Dr. Johannes Paulus (FHWS) eine Stelle an der Fakultät Maschinenbau geschaffen. Von allen genannten Partnern liegt die Bereitschaft zu Finanzierung vor. Voraussichtlich im Jahr 2023, so Zukunftsforum - Programm-1ist es aktuell vorgesehen, werden die Ergebnisse der Datenerhebung vorgestellt.

Und wie sieht das weitere Vorgehen aus? Die Vertreter des Zusammenschlusses haben sich auf eine Fortsetzungsrunde im Frühjahr 2020 verständigt. Daran soll auch das Gemeinschaftskraftwerk GKS teilnehmen, das laut Thomas Kästner schon heute nahezu grün arbeite. Zuvor, am 3. Februar 2020, veranstaltet die Stadt Schweinfurt das „Zukunftsforum Schweinfurt 2020“, zu dem die Öffentlichkeit herzlich eingeladen ist. An diesem Tag stehen innovative Antriebsformen für Energie und Mobilität im Fokus; zweiter Themenschwerpunkt ist die Brennstoffzellentechnologie. Von 14:00 bis 19:15 Uhr werden im Konferenzzentrum auf der Maininsel unter anderem Fachvorträge mit Experten gehalten: darunter sind der bekannte Zukunftsforscher Max Hergt sowie Professorin Dr. Veronica Grimm vom Wasserstoffkompetenzzentrum Bayern. Außerdem wird die Stadt Schweinfurt den erstmals ausgelobten „Zukunftspreis Schweinfurt“ an visionäre Nachwuchswissenschaftler verleihen. „Es ist uns auch sehr wichtig, dass die Bevölkerung bei diesem Thema mitgeht. Wir wollen eine große Akzeptanz dafür schaffen“, so OB Sebastian Remelé.

Programm zum „Zukunftsforum Schweinfurt 2020“

(Text und Fotos © Pressebüro Stefan Pfister/Schweinfurt)

Kontakt
Stadt Schweinfurt
Markt 1
97421 Schweinfurt
Tel: +49 (9721)51-0
Fax: +49 (9721)51-266
E-Mail: buergerservice@schweinfurt.de

Adresse in Stadtplan anzeigen