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Carus-Preis der Stadt Schweinfurt für Prof. Dr. Elisabeth Binder (München) und Prof. Dr. Matthias Tschöp (München)

Oberbürgermeister Sebastian Remelé zeichnet am

Freitag, 20. Juli,
19:00 Uhr

in der Diele des Alten Rathauses Prof Dr. Elisabeth Binder (München) und Prof. Dr. Matthias Tschöp (München) mit dem Carus-Preis aus.

Die Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina – Nationale Akademie der Wissenschaften zeichnet mit der Carus-Medaille – benannt nach Carl Gustav Carus (1789-1869) – bedeutende Forschungen aus. Seit 1962 verleiht die Stadt Schweinfurt als Gründerstadt der Leopoldina den jeweiligen Trägern der Medaillen den Carus-Preis. Unter den seither ausgezeichneten 50 Wissenschaftlern zählen zu den bekanntesten die Nobelpreisträger Feodor Lynen (†), Jacques Monod (†), Manfred Eigen, Georges Köhler (†), Christiane Nüsslein-Volhard, Erwin Neher, Bert Sakmann und Stefan Hell.

Ausgezeichnet werden in diesem Jahr Prof. Dr. Elisabeth Binder und Prof. Dr. Matthias Tschöp für ihre herausragenden wissenschaftlichen Erfolge und Leistungen.

Beide werden kurze Vorträge zu ihren Forschungsschwerpunkten halten.

Zum Carus-Preis und zur Carus-Medaille
Die Carus-Medaille wurde anlässlich des 50. Professorenjubiläums des XIII. Präsidenten der Leopoldina, Carl Gustav Carus (1789-1869), gestiftet und erstmals im Jahr 1896 vergeben. Sie würdigt bedeutende wissenschaftliche Entdeckungen oder Forschungsleistungen jüngerer Wissenschaftler auf einem in der Leopoldina vertretenen Gebiet. Seit 1961 ist sie mit dem von der Stadt Schweinfurt – Gründungsort der Leopoldina – gestifteten und mit EUR 5.000,00 dotierten Carus-Preis verbunden.

Zu den Preisträgern
Elisabeth Binder hat von 1989 bis 1995 Humanmedizin an der Medizinischen Universität Wien studiert und wurde im Jahr 2000 an der Emory Universität in Atlanta in Neurowissenschaften promoviert. Anschließend ging sie an das Max-Planck-Institut für Psychiatrie nach München und wurde 2004 Assistant Professor am Department of Psychiatry and Behavioral Sciences der Emory University School of Medicine. Nach ihrer Rückkehr nach München war sie Arbeitsgruppenleiterin am Max-Planck-Institut für Psychiatrie und ist dort seit 2013 Direktorin und Wissenschaftliches Mitglied.

Frau Binder ist eine auf ihrem Gebiet der Angst- und Depressionsforschung international renommierte Neurowissenschaftlerin. Sie erforscht die molekularen, zellulären und systemischen Faktoren, die zu stress- und traumaassoziierten Störungen führen. Elisabeth Binder und ihr Team fanden heraus, dass vor allem im Kindesalter extremer Stress Veränderungen des Erbgutes bewirken kann und sich damit die Funktion von menschlichen Zellen verändert. Sie konnte des weiteren zeigen, dass diese stressverursachten Veränderungen im Erbgut abhängig von bestimmten Genvarianten sind, die eine Rolle als Risikofaktor für verschiedene psychiatrische Erkrankungen spielen. Sie schlussfolgerte daraus, dass die Gen-Umwelt-Interaktion und deren Einfluss auf das Erbgut die individuelle Reaktion auf psychische Belastungen bestimmen. Damit hat Elisabeth Binder erstmalig in der Psychiatrie einen molekularen Mechanismus für das Zusammenspiel von Genen durch Umwelteinflüsse aufgedeckt. 

Für ihre weltweit geschätzten Beiträge zur translationalen Psychiatrie wird Elisabeth Binder mit der Carus-Medaille 2017 und dem Carus-Preis der Stadt Schweinfurt 2018, geehrt.

Matthias Tschöp studierte Humanmedizin an der Ludwig-Maximilian-Universität München, wo er 1998 promoviert wurde. Nach Forschungsaufenthalten in den USA und Deutschland arbeitete er ab 2003 als Associate Professor und ab 2009 als Professor, Endowed Chair und Forschungsdirektor an der University of Cincinnati (USA). 2012 wurde er als erster Mediziner mit einer Alexander von Humboldt-Professur ausgezeichnet, mit der er an die Technische Universität München berufen wurde. Gleichzeitig ist Professor Tschöp wissenschaftlicher Direktor des Helmholtz Diabetes Zentrums und des Helmholtz Pioneer Campus sowie Adjunct Professor an der Yale University (USA). Seine Leistungen wurden mit zahlreichen weiteren Ehrungen gewürdigt, u. a. einem Advanced Grant des Europäischen Forschungsrates, dem Erwin Schrödinger-Preis, dem Innovation Award der Endocrine Society und dem „Outstanding Scientific Achievement Award“ der American Diabetes Association und der Obesity Society.

Matthias Tschöp zählt weltweit zu den herausragenden Wissenschaftlern auf dem Gebiet der Diabetes- und Adipositasforschung. Er machte eine Reihe bahnbrechender Entdeckungen zu Stoffwechselerkrankungen und entwickelte verschiedene Wirkstoffkandidaten zur Behandlung von Diabetes und Fettleibigkeit, die bereits klinisch erprobt werden. Er erkannte, dass das Peptid Ghrelin als „Hungerhormon“ fungiert, indem es bestimmte Bereiche des Gehirns über die Verfügbarkeit von Nährstoffen informiert. Basierend auf diesen Erkenntnissen entdeckte Matthias Tschöp eine Reihe weiterer Mechanismen, die an der Kommunikation zwischen Bauch und Gehirn, an der Regulierung von Nahrungsaufnahme, Energie- und Glucose-Metabolismus sowie an der Kontrolle von Körpergewicht und –fettmasse beteiligt sind. Dadurch gelang es ihm, neuartige Hormonchimären zu entwickeln, die u. a. gezielt auf neuronale Netzwerke im Hypothalamus wirken. Mit diesen sog. Polyagonisten lassen sich Adipositas, Hypercholesterinämie und Insulinintoleranz an präklinischen Modellen komplett beseitigen. Zahlreiche klinische Studien versprechen grundlegende Fortschritte bei der Behandlung von Diabetes und Fettleibigkeit.

Für seine bahnbrechenden Arbeiten zur Aufklärung der molekularen Grundlagen von Diabetes und Adipositas wird Matthias Tschöp mit der Carus-Medaille 2017 und dem Carus-Preis der Stadt Schweinfurt 2018, geehrt.

 

 

zuletzt geändert: 18.07.2018

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