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Soziale Hilfen und Engagement in Zeiten von Corona

Zahlreiche Menschen sind direkt oder indirekt von der Corona-Krise betroffen. Im Folgenden finden Sie eine Übersicht über Kontakte, an die Sie sich wenden können, wenn Sie Unterstützung benötigen oder wenn Sie helfen möchten.


Regionale Hilfsangebote


Kontaktstelle Ehrenamt der Stadt Schweinfurt
Sie benötigen Unterstützung oder möchten sich für andere Menschen engagieren? Dann melden Sie sich bitte bei der Kontaktstelle Ehrenamt: Telefon: 09721 516860 oder per E-Mail: Kontaktstelle-Ehrenamt@Schweinfurt.de.
Wer Hilfe im Alltag benötigt, z. B. beim Einkaufen, Rezepte holen, Apothekengänge, Hund ausführen (keine Kinderbetreuung) bekommt Unterstützung durch freiwillige Helfer. 
Solidarität füreinander ist in Zeiten von Corona sehr wichtig. Der Selbst- und Fremdschutz steht jedoch weiterhin im Vordergrund. Daher wird bei den entstehenden Kontakten auf die empfohlenen Schutzmaßnahmen des Robert Koch Instituts (RKI) sehr geachtet. 


Heldenliste
In Zusammenarbeit mit den Wirtschaftsjunioren Schweinfurt wurde die Heldenliste ins Leben gerufen, mit der Hilfsangebote und –gesuche verknüpft und koordiniert werden können. Unter www.heldenliste-schweinfurt.deexterner Link können Sie sich in die Heldenliste eintragen und Ihre freie Zeit anbieten. Sollten Sie Hilfesuchernder sein, können Sie in der Heldenliste einen passenen Helfer finden und kontaktieren. Seien Sie ein Held und helfen Sie anderen Menschen!


Freiwilligenagentur GemeinSinn
Eine ganze Reihe diverser ehrenamtlicher Dienstleistungen bietet auch die Freiwilligenagentur GemeinSinn des Landkreises Schweinfurt. Ob Hilfe beim Einkaufen oder technische Unterstützung beim Installieren von Computer und Internet – Bürger, die ehrenamtlich helfen wollen oder Hilfe bei der Bewältigung derzeitiger Alltagsprobleme brauchen, können sich an die Freiwilligenagentur wenden. Diese hat zur Koordination der Unterstützungsangebote und der Hilfegesuche eine eigene Plattform unter www.freiwilligenagentur-gemeinsinn.de/corona-hilfeexterner Link eingerichtet. Unter der Nummer 0174/ 1514603 wurde ein "Plauder-Telefon" ins Leben gerufen. Hier können sich Bürgerinnen und Bürger auf persönlicher Ebene mit Ehrenamtlichen austauschen, wenn ihnen anderweitige soziale Kontakte fehlen. 


Nachbarschaftshilfe 
Mit dem Aushang dieser Liste in Mietshäusern haben Sie die Möglichkeit, unverbindlich mit Ihren Nachbarn in Kontakt zu treten, sich auszutauschen und Ihre Hilfe anzubieten. Sollten Sie selbst Hilfe benötigen, zögern Sie bitte nicht und tragen Sie ein, wie man Ihnen weiterhelfen kann. Gerade in der aktuellen Zeit sind Verantwortungsbewusstein, Zusammenhalt und Solidarität ein wichtiges Gut.


Schweinfurter Hilfenummern
Angesichts der besonderen Umstände durch COVID-19 kann es in Familien zu einer „angespannteren“ Atmosphäre bis zu besonderen Herausforderungen zwischen Eltern und ihren Kindern kommen. Ratsuchende Eltern in Krisensituationen aus Stadt und Landkreis Schweinfurt können sich an die Erziehungsberatungsstelle für Eltern und Jugend für die Stadt und den Landkreis Schweinfurt wenden: Telefon:  09721 / 51-7880 oder E-Mail: erziehungsberatung@schweinfurt.de
Weitere Hilfenummern:
Gesprächsladen: 09721 / 207955
Gewalt gegen Frauen: 09721 / 786030


Diakonie
In Ergänzung zu den oben genannten Hilfenummern hat die Diakonie Schweinfurt eine Telefon-Hotline geschalten für Privatpersonen in sozialen Notlagen. Die Hotline 01512 / 7135608 ist Montag bis Freitag von 08:30 bis 16:00 Uhr erreichbar. Unter dieser Nummer vermittelt die Diakonie Hilfen für Menschen, die zum Beispiel Unterstützung bei Online-Antragsstellungen benötigten. Arbeitsrechtliche Fragen können hier allerdings nicht beantwortet werden. 
Die Suchtberatungsstelle der Diakonie in Schweinfurt bleibt auch während der Corona-Pandemie für Suchtkranke und Angehörige Ansprechpartner. Die Beratungsangebote wurden an die veränderten Bedingungen angepasst: Online-Beratung ist nun über einen datenschutzrechtlich gesicherten Zugang möglich, der über die Homepage des Diakonischen Werkes Schweinfurt verlinkt ist. Beratungen finden aktuell nur telefonisch statt. Es finden auch Vermittlungen in Therapieeinrichtungen statt. Kontakt: Telefon 09721 / 209550 – Montag bis Donnerstag: 08:30 bis 12:00 Uhr und 13:30 bis 17:00 Uhr, Freitag: 10:00 bis 12:00 Uhr und 13:30 bis 15:00 Uhr.  Online-Anfragen über den geschützten Zugang für vertrauliche Online-Beratung: www.diakonie-schweinfurt.deexterner Link


Caritas
Die Tafel in Schweinfurt hat ab 01. April wieder geöffnet. 
Der Allgemeine Soziale Beratungsdienst ist ein offenes Angebot für alle Hilfesuchenden und ist erreichbar unter Telefon 09721/7158-30 oder 7158-35 oder per E-Mail an asbd@caritas-schweinfurt.de
Der sozialpsychiatrische Dienst steht weiterhin für Menschen, die unter einer psychischen Erkrankung leiden, unter der Telefonnummer 09721/7158-55 zur Verfügung. Darüber hinaus können auch persönliche Einzelberatungen nach Terminvereinbarung und unter Einhaltung der Hygieneregeln wahrgenommen werden.


Hospizhelfer 
Der Hospizverein Schweinfurt e.V. möchte auch in Corona-Zeiten Sterbende begleiten und Schwerkranken Trost spenden sowie Angehörigen helfen. Dazu halten sie Kontakt per Telefon zu Patienten, lesen Geschichten vor oder geben Briefe und Karten in Heimen ab. Außerdem können Gespräche über Plattformen wie Skype geführt werden. Wer Fragen, Sorgen oder Nöte hat und Informationen zu Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung braucht oder einfach mit jemandem reden möchte, kann sich Montag und Dienstag von 10:00 bis 13:00 Uhr sowie Donnerstag von 11:00 bis 14:00 Uhr unter der Telefonnummer 09721 / 5331150 beim Hospizverein melden oder jederzeit eine E-Mail an koordination@hospizverein-schweinurt.de schreiben.


Familienstützpunkte
In den Familienstützpunkten können derzeit keine Veranstaltungen stattfinden, aber die Ansprechpartnerinnen in den Stadtteilen sind dennoch für Sie da. Erreichbar sind sie per Telefon, E-mail oder über den Postweg. Wenn Sie ein Gespräch möchten, Rat, Unterstützung oder Beschäftigungsideen für Kinder suchen, melden Sie sich gerne. Weitere Informationen und die Kontaktdaten finden Sie hier.


Überregionale Hilfsangebote


StMAS-Initiative "Unser Soziales Bayern: wir helfen zusammen!" unser_soziales_bayern_rgb
Die von Sozialministerin Carolina Trautner gemeinsam mit den Bayerischen Wohlfahrtsverbänden und den Bayerischen Kommunalen Spitzenverbänden ins Leben gerufene Initiative „Unser Soziales Bayern: wir helfen zusammen!“ ruft vor allem zur Unterstützung für ältere Menschen auf. Füreinander da sein, ist nun das Gebot der Stunde. Mit dieser Iniative möchte das Bayerische Staatsminiterium für Familie, Arbeit und Soziales einfach und unkompliziert den älteren Mitbürgern Hilfe und Unterstützung anbieten. Weitere Infos erhalten Sie unter www.unser.soziales.bayern.deexterner Link. Den Infoflyer finden Sie hier.


Neues Onlineportal zu Hilfsangeboten bei häuslicher Gewalt
Unter www.bayern-gegen-gewalt.deexterner Link finden von häuslicher und / oder sexualisierter Gewalt betroffene Erwachsene, Kinder und Jugendliche wichtige Informationen und Ansprechpartner. Die aktuelle Corona-Krise belastet viele Menschen, körperlich und seelisch. Öfter als sonst kann es in Familien und Beziehungen zu Streit kommen – und manchmal auch zu Gewalt. Aber auch bei Menschen, die bislang nicht mit Gewalt konfrontiert waren, können die aktuelle Krise und die damit einhergehenden Sorgen, zu Spannungen führen. Es gibt zahlreiche Anlaufstellen für von Gewalt Betroffene. Die Hilfsangebote stehen auch und gerade während der Pandemie weiterhin zur Verfügung und unterstützen gewaltbetroffene Menschen mit aller Kraft. Sie sind nun gebündelt auf der neuen Website Bayern gegen Gewalt zusammengestellt. Das Onlineportal wendet sich nicht nur an von Gewalt Betroffene: Auch wer Gewalt in der Nachbarschaft bemerkt oder im Familien- oder Freundeskreis vermutet, findet dort Anlaufstellen, die ihm mit Rat und Unterstützung beiseite stehen. Neben Informationen, Telefonnummern und Links bietet die Website auch FAQs rund um Corona und häusliche Gewalt sowie Tipps, wie Konflikten zu Hause vorgebeugt werden kann.


Ersatz von Elternbeiträgen in der Kindertagesbetreuung und in der Mittagsbetreuung / Pauschale Beitragserstattung für die Monate April, Mai und Juni
Die Staatsregierung wird Eltern, die wegen des Betretungsverbots aufgrund der Coronavirus-Pandemie keine Kindertagesbetreuung oder Mittagsbetreuung in Anspruch nehmen können, für drei Monate von den Kosten entlasten. Dazu sollen den Trägern in der Kindertagesbetreuung und in der Mittagsbetreuung die Elternbeiträge im April, Mai und Juni 2020 pauschal ersetzt werden. Im Gegenzug müssen die Träger für diese Zeit auf die Elternbeiträge verzichten. Der Freistaat Bayern macht den Trägern damit ein sehr attraktives Angebot, um die Eltern von Beiträgen zu entlasten.
Eltern von Kindern in der Notbetreuung leisten grundsätzlich weiterhin ihre Elternbeiträge. Für Eltern, die aufgrund des Beitragsersatzes keine Elternbeiträge bezahlen, entfällt in der Folge der Anspruch auf das Krippengeld.


Nicht-Deutschsprachige
Auf der Seite des Ethno-Medizinischen Zentrums finden Sie die wichtigsten Informationen zum Coronavirus in 15 verschiedenen Sprachen: http://corona-ethnomed.sprachwahl.info-data.info/externer Link


Kostenfreie Verpflegung für Personal an bayerischen Krankenhäusern, Universitäts- und Reha-Kliniken sowie Alten-, Pflege- und Behinderteneinrichtungen / Anerkennung für großen Einsatz bei der Bewältigung der Corona-Pandemie
Um eine möglichst unbürokratische Umsetzung des Ministerratsbeschlusses zu gewährleisten, sollen die Kosten der Verpflegung aller in folgenden Einrichtungen Beschäftigten vom Freistaat übernommen werden: 

  • Krankenhäuser
  • Universitätskliniken
  • Rehabilitationskliniken
  • Alten-, Pflege- und Behinderteneinrichtungen (einschl. ambulanter Pflegedienste und einschl. stationärer Einrichtungen für Kinder und Jugendliche mit Behinderung)
  • Privatkliniken mit Zulassung nach § 30 GewO

Umfasst von der Maßnahme sind ausdrücklich auch solche Einrichtungen, die derzeit oder auch zu einem zukünftigen Zeitpunkt keine Covid-19-Patienten versorgen. Die Maßnahme greift ab dem 01.04.2020 und solange die Herausforderung durch die Corona-Pandemie alle Kräfte so umfassend in Anspruch nimmt (mindestens bis zum 31.05.2020). Erstattet wird lediglich die Verpflegung des Personals im Rahmen der Arbeitszeit. Je Mitarbeiter erhält die Einrichtung eine pauschale Erstattung in Höhe von 6,50 € täglich. Die Erstattung erfolgt auf Antrag der jeweiligen Einrichtung. Der Antrag ist an die Erstattungsstelle am Landesamt für Finanzen zu richten: E-Mail: verpflegung-personal@lff.bayern.de. Anträge auf Kostenerstattung sind monatlich zu stellen. Von den Einrichtungen ist ein Nachweis über die Anzahl der Mitarbeiter einzureichen. Weitere Informationen erhalten Sie hier.


Gesetzesänderungen der Bundesregierung helfen Bürgern

Bundestag und Bundesrat haben ein Gesetz für den leichteren Zugang zu Sozialleistungen beschlossen.  Die Änderungen sollen helfen, die sozialen und wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie für die Bürgerinnen und Bürger abzufedern.


Arbeitslosengeld I: Verlängerung der Bezugsdauer
Aufgrund der außergewöhnlichen Situation auf dem Arbeitsmarkt haben diejenigen, die bereits vor der Krise arbeitssuchend waren und Arbeitslosengeld nach dem SGB III bezogen, derzeit geringere Aussichten auf eine neue Beschäftigung. Der Koalitionsausschuss von CDU, SPD und CSU hat deswegen am 22.04.2020 beschlossen, dass das Arbeitslosengeld nach dem SGB III für diejenigen um drei Monate verlängert wird, deren Anspruch zwischen dem 01.05.2020 und dem 31.12.2020 enden würde. 


Arbeitslosengeld II: Leistungen für mehr Personen
Die Corona-Krise kann kurzfristig zu erheblichen Einkommenseinbußen führen. Dies kann alle Erwerbstätigen betreffen, insbesondere aber Kleinunternehmer und sogenannte Solo-Selbständige. Leistungen zur Grundsicherung für Arbeitsuchende (Arbeitslosegeld II) können deswegen vorübergehend einfacher ausgezahlt werden. Dafür erfolgt u.a. befristet eine Aussetzung der Berücksichtigung von Vermögen sowie eine vollständige Anerkennung der anfallenden Kosten für die Wohnung.
Zuständig für die Stadt Schweinfurt ist das Jobcenter der Stadt Schweinfurt erreichbar unter Telefon 09721/51-9899, -9829 oder -9830. Weitere Infos unter www.schweinfurt.de/jobcenterexterner Link


Zuschuss für mehr Familien – Prüfung des Kinderzuschlags
Familien, bei denen sich aktuell das Einkommen durch Kurzarbeit, Arbeitslosengeld oder geringere Einnahmen reduziert, können leichter den Kinderzuschlag erhalten. Die Prüfung von Einkommen und Vermögen wird vorübergehend geändert, um die Leistung unbürokratischer zugänglich zu machen und Notsituationen leichter abzufangen. Zuständig ist die Familienkasse Bayern-Nord. Diese ist per E-Mail an Familienkasse-Bayern-Nord@arbeitsagentur.de oder telefonisch unter der Nummer 0800/455 55 30 erreichbar.


Zuverdienst bei Kurzarbeit: Erleichterungen, wenn vorübergehend ein Aushilfsjob in systemrelevanten Bereichen aufgenommen wird
Erhöhung des Kurzarbeitergeldes
Der Koalitionsausschuss von CDU, SPD und CSU hat am 22.04.2020 beschlossen, dass das Kurzarbeitergeld für diejenigen, die Kurzarbeitergeld für eine um mindestens 50 Prozent reduzierte Arbeitszeit beziehen, ab dem 4. Monat des Bezugs auf 70 Prozent (bzw. 77 Prozent für Haushalte mit Kindern) und ab dem 7. Monat des Bezuges auf 80 Prozent (bzw. 87 Prozent für Haushalte mit Kindern) des pauschalierten Netto-Entgelts erhöht wird. Diese Regelung ist bis zum 31.12.2020 befristet. 
Aushilfsjob während der Kurzarbeit
Mit dem vorübergehenden Verzicht auf die Anrechnung des Entgelts aus einer während Kurzarbeit aufgenommenen Beschäftigung wird ein Anreiz geschaffen, auf freiwilliger Basis vorübergehend Tätigkeiten in systemrelevanten Bereichen, wie z. B. der Landwirtschaft, dem Transportwesen oder im Einzelhandel, aufzunehmen. Während der Kurzarbeit können Kurzarbeiter dann ihr Einkommen durch einen solchen Job in einer systemrelevanten Branche bis auf die Höhe des bisherigen Einkommens steigern.
Der Koalitionsausschuss von CDU, SPD und CSU hat ergänzend am 22.04.2020 beschlossen, dass die Bundesregierung ab dem 01.05.2020 diese Hinzuverdienstregelungen auf Tätigkeiten in allen Branchen und Berufen ausweiten will. Diese Regelung ist bis zum 31.12.2020 befristet.
Statt Kurzarbeit: Einsatz bei einem anderen Arbeitgeber
Um Kurzarbeit zu vermeiden, können Unternehmen in der aktuellen Corona-Krise übrigens auch eigene Arbeitnehmer an andere Unternehmen, die einen akuten Arbeitskräftemangel haben, verleihen. Dies ist auch ohne einer „Erlaubnis zur Arbeitnehmerüberlassung nach dem Arbeitnehmerüberlassungsgesetz“ möglich, wenn

  • die betroffenen Arbeitnehmer der Überlassung zustimmen,
  • die Arbeitnehmerüberlassung nur ausnahmsweise erfolgt und
  • diese zeitlich begrenzt auf die aktuelle Krisensituation ist.

Die gesetzliche Regelung hierzu finden Sie in § 1 Absatz 3 Nummer 2a AÜG. Angesichts der besonderen Bedeutung derartiger Einsätze ist es sachgerecht und dem unionsrechtlichen Gleichbehandlungsgrundsatz entsprechend, wenn die eingesetzten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit den Stammbeschäftigten im Einsatzbetrieb gleichgestellt werden.
Grundsätzlich nicht erlaubt ist die Überlassung von Arbeitskräften an Unternehmen des Baugewerbes für Tätigkeiten, die üblicherweise von Arbeitern verrichtet werden. Was ein Baubetrieb ist, ergibt sich aus der Baubetriebe-Verordnung.


Ersatz für fehlende Saisonarbeiter: Ausgeweitete Höchstdauer für kurzfristige Beschäftigungen
Um Problemen bei der Saisonarbeit insbesondere im Bereich der Landwirtschaft durch die Corona-Krise Rechnung zu tragen, sollen die Zeitgrenzen für kurzfristige Beschäftigung auf eine Höchstdauer von fünf Monaten bzw. 115 Tagen ausgeweitet werden. Für eine kurzfristige Beschäftigung gelten Regelungen wie bei einer geringfügigen Beschäftigung.


Unterstützung durch Ältere: Weiterbeschäftigung nach Renteneintritt
Auch die Weiterarbeit oder Wiederaufnahme einer Beschäftigung nach Renteneintritt soll erleichtert werden. Damit in der aktuellen Situation Rentner, die mit ihrer Arbeitskraft Unterstützung leisten wollen, auch finanzielle Vorteile davon haben, können im Jahr 2020 statt bisher 6.300 Euro nun 44.590 Euro hinzuverdient werden. Bis zu diesem Höchstbetrag wird die Altersrente nicht gekürzt.


Unterstützung für Familien: Lohnersatz bei Kinderbetreuung
Wenn Eltern auf Grund der Schließung von Kindertageseinrichtungen und Schulen ihre Kinder bis zum 12. Lebensjahr oder ihre Kinder mit Behinderungen selbst betreuen müssen und deswegen Verdienstausfälle haben, können sie eine Entschädigung bekommen. Voraussetzung ist, dass die Betroffenen keine andere zumutbare Betreuungsmöglichkeit (z. B. durch den anderen Elternteil oder die Notbetreuung in den Einrichtungen) haben. Risikogruppen wie z. B. die Großeltern des Kindes sollen die Kinder nicht betreuen.
Die Entschädigung in Höhe von 67% des Nettoeinkommens wird für bis zu sechs Wochen gezahlt und ist auf einen monatlichen Höchstbetrag von 2.016 Euro begrenzt. Sie wird nur bezahlt, wenn Zeitguthaben und Resturlaub abgebaut wurden. Die Auszahlung übernimmt der Arbeitgeber, der sich die Kosten danach erstatten lassen kann. Die Regelung gilt nicht für Zeiten, in denen die Einrichtung wegen der Schulferien ohnehin geschlossen wäre, und ist befristet bis Ende des Jahres 2020.


Erleichterungen für Mieter und Verbraucher: Änderungen im Vertragsrecht
Zur Abmilderung der Folgen der COVID-19-Pandemie sind daneben im Zivil-, Insolvenz- und Strafverfahrensrecht vorübergehende Änderungen erfolgt:

  • Verbraucher und Kleinstunternehmen haben danach das Recht, für bestehende dauerhafte Verträge (Dauerschuldverhältnisse), die vor dem 01.04.2020 geschlossen wurden, Zahlungen bis zum 30.06.2020 zu verweigern. Damit soll für Verbraucher und Kleinstunternehmen gewährleistet werden, dass sie insbesondere von Leistungen der Grundversorgung (Strom, Gas, Telekommunikation und, soweit zivilrechtlich geregelt, auch Wasser) nicht abgeschnitten werden, weil sie ihren Zahlungspflichten nicht nachkommen können.
  • Für Mietverhältnisse über Grundstücke oder über Räume wird das Recht der Vermieter zur Kündigung von Mietverhältnissen eingeschränkt. Wegen Mietschulden aus dem Zeitraum vom 01.04.2020 bis 30.06.2020 dürfen Vermieter das Mietverhältnis nicht kündigen, sofern die Mietschulden auf den Auswirkungen der COVID-19-Pandemie beruhen. Die Verpflichtung der Mieter zur Zahlung der Miete bleibt jedoch bestehen. Diese Regelungen gelten auch für Pachtverhältnisse.
  • Für Verbraucherdarlehensverträge, die vor dem 15.3.2020 abgeschlossen wurden, gilt, dass die Rückzahlung sowie Zins- oder Tilgungsleistungen, die zwischen dem 01.4.2020 und dem 30.6.2020 fällig werden, für die Dauer von drei Monaten gestundet werden. Diese Stundung erfolgt, wenn der Verbraucher aufgrund der durch Ausbreitung der COVID-19-Pandemie hervorgerufenen Ereignisse geringere Einnahmen, so dass er die Zahlungen nicht erbringen kann.

Entschädigung bei Tätigkeitsverbot oder Quarantäneanordnung
Wer aufgrund der Bestimmungen des Infektionsschutzgesetzes (IfsG) einem Tätigkeitsverbot unterliegt oder unterworfen wird und dadurch einen Verdienstausfall erleidet, aber nicht krank ist, hat grundsätzlich einen Rechtsanspruch auf eine Entschädigung nach § 56 Abs. 1 IfsG. Die Entschädigung bemisst sich nach dem Verdienstausfall. Dabei hat bei Arbeitnehmern der Arbeitgeber für die Dauer des Arbeitsverhältnisses, längstens für sechs Wochen, die Entschädigung für die zuständige Behörde auszuzahlen. Die ausgezahlten Beträge werden dem Arbeitgeber auf Antrag von der zuständigen Behörde erstattet. Im Übrigen wird die Entschädigung von der zuständigen Behörde auf Antrag gewährt. Durch den zum 30.03.2020 neu eingefügten Abs. 1a in § 56 des Infektionsschutzgesetzes wurde die Entschädigungsregelung um einen Entschädigungsanspruch zum Ausgleich eines Verdienstausfalls von Sorgeberechtigten betreuungsbedürftiger Kinder infolge behördlich angeordneter Kita- oder Schulschließungen erweitert. Die Anspruchsvoraussetzungen, die Antragsteller zur Geltendmachung dieses Entschädigungsanspruches erfüllen müssen und das benötigte Antragsformular sowie Ihre zuständigen Ansprechpartner werden in Kürze auf der Seite der Regierung von Unterfranken veröffentlicht. Weitere Informationen stehen Ihnen hierexterner Link zur Verfügung.


Gutscheinlösung für abgesagte Pauschalreisen, Flüge und Freizeitveranstaltungen
Viele Reisen, Konzerte und Events müssen wegen der Corona-Pandemie ausfallen. Um die Veranstalter in der aktuellen Krisensituation vor dem Existenzverlust zu bewahren, beschloss die Bundesregierung, dass die Verbraucher Gutscheine, statt einer sofortigen Rückzahlung erhalten. Diese sollen bis Ende 2021 befristet sein und für alle Tickets gelten, die vor dem 08. März gekauft wurden. Hat der Kunde seinen Gutschein bis Ende 2021 nicht eingelöst, muss der Veranstalter ihm den Wert erstatten. Ebenso soll es Härtefallklauseln für alle Kunden geben, denen ein Gutschein wegen ihrer persönlichen Situation nicht zumutbar ist. Detaillierte Informationen erhalten Sie hier.externer Link


Corona-Bonus für Pflege- und Rettungskräfte
Pflegekräfte in Krankenhäusern, Rehabilitationskliniken, Alten-, Pflege- und Behinderteneinrichtungen und ambulanten Pflegediensten sowie Notfallsanitäter und Rettungsassistenten bekommen einen Bonus in der Höhe von 500 €, wenn sie mehr als 25 Stunden in der Woche arbeiten und von 300 €, wenn sie 25 oder weniger Stunden in der Woche beschäftigt sind. Den Bonus können Beschäftigte beim Landesamt für Pflege beantragen. Benötigt wird lediglich eine Bestätigung des Arbeitgebers. Nach aktuellem Stand soll die Prämie unabhängig von derzeit auf Bundesebene diskutierten Pflegebonus in Höhe von 1.500 Euro gewährt werden. Weitere Informationen und die Antragstellung finden Sie hier.externer Link 
Daneben haben sich ver.di und die Bundesvereinigung der Arbeitgeber in der Pflegebranche (BVAP) auf Eckpunkte eines Tarifvertrages für eine Sonderprämie für Pflegekräfte geeinigt. Diese sollen aufgrund der besonderen Belastung in der stationären Langzeitpflege und der ambulanten Pflege in der aktuellen Krise einen Corona-Bonus bekommen. Beschäftigte in Vollzeit erhalten danach mit dem Juli-Gehalt eine Sonderprämie von 1.500 Euro, Teilzeitbeschäftigte einen Anteil entsprechend ihren tatsächlich geleisteten Stunden.
Bundesfinanzminister Olaf Scholz hat eine Verfügung erlassen, damit solche Sonderzahlungen bis 1.500 Euro steuerfrei bleiben. Erfasst werden demnach Sonderleistungen, die die Beschäftigten zwischen dem 1. März 2020 und dem 31. Dezember 2020 erhalten.


Überbrückungshilfe für Studierende
Die Corona-Pandemie stellt viele Studierende vor finanzielle Probleme. Zwei Drittel der Studierenden arbeiten neben dem Studium. Viele von ihnen haben ihre Jobs infolge der aktuellen Situation verloren. Bei manchen bricht auch die finanzielle Unterstützung durch die Eltern weg oder fällt geringer aus. Ihnen bietet das Bundesbildungsministerium nun eine Überbrückungshilfe an. Bis zu eine Milliarde Euro stehen insgesamt zur Verfügung. Nähere Informationen erhalten Sie hier.externer Link
Zinsloser KfW-Kredit
Studierenden steht nun die Möglichkeit offen, ein in der Startphase zinsloses Darlehen bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) zu beantragen - auf Basis des langbewährten KfW-Studienkredits. Dies gilt sowohl für neue Antragsteller als auch für solche, die bis März 2021 bereits laufende Kredite ausgezahlt bekommen. Für die besonders betroffene Gruppe der ausländischen Studierende soll der Studienkredit von Juli 2020 bis März 2021 geöffnet werden.
Darüber hinaus stellt das Bundesbildungsministerium dem Deutschen Studentenwerk 100 Millionen Euro für die Nothilfefonds der Studierendenwerke vor Ort bereit.
Das zinslose Darlehen hat eine Höhe von bis zu 650 Euro im Monat und kann unbürokratisch onlineexterner Link beantragt werden.
Überbrückungshilfe des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF)
Mit der Überbrückungshilfe des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) soll denjenigen Studierenden geholfen werden, die sich nachweislich in einer pandemiebedingten Notlage befinden, die unmittelbar Hilfe benötigen und die individuelle, pandemiebedingte Notlage nicht durch Inanspruchnahme einer anderen Unterstützung überwinden können. Je nach nachgewiesener Bedürftigkeit können zwischen 100 Euro und 500 Euro als nicht rückzahlbarer Zuschuss gezahlt werden.
Der Antrag kann nur gesondert für die Monate Juni, Juli, August 2020 gestellt werden. Das Studenten- bzw. Studierendenwerk entscheidet über die Gewährung des Zuschusses innerhalb der verfügbaren Haushaltsmittel. 
Anträge sind hierexterner Link zu stellen.


Bild: Anna Sunny, Pixabay

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Fax: +49 (9721)51-266
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