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Rathaus (Foto: Andreas Hub)BürgerserviceRathausRathaustreppe

Konversion: Wird aus der geplanten Carusallee ein Hain?

Die Landschaftsarchitekten „lohrer hochrein“ aus München sind die Sieger eines Ideen- und Realisierungswettbewerbs für die geplante Carusallee in der ehemaligen Ledward Kaserne. Mit ihrem außergewöhnlichen Entwurf eines Baumhains mit locker gestellten Bäumen und geschwungenen Landschaftsinseln überzeugten sie das Preisgericht. Eine Ausstellung im Rathaus zeigt bis zum 6. Oktober 2017 die sechs besten Arbeiten.

Carusallee 2017 Preisträger - 1. Preis Lohrer (4)Seit 1936 dominierten mächtige Kasernengebäude entlang der Niederwerrner Straße. Bereits nach Bekanntwerden der Abzugspläne der US-Streitkräfte, die Schweinfurt vor drei Jahren verließen, haben bei der Stadt die Planungen für die Neugestaltung des riesigen Geländes begonnen. Erster Schritt war der zügige Erwerb aller großräumigen Liegenschaften.

Wie die 26 Hektar große Fläche der früheren „Ledward Barracks“ später einmal aussehen könnte, das hat ein erster Ideenwettbewerb 2015 zu Tage gefördert: Der Siegerentwurf der ARGE Winking & Froh (Hamburg) und Kiessling (Berlin) sieht ein urbanes Quartier mit hoher Freiraumqualität vor. Es soll demnach ein neuer und belebter Stadtteil entstehen, unter anderem mit neuen Hochschulgebäuden (i-Campus), einem Studentenwohnheim, Carusallee 2017 Preisträger - 1. Preis Lohrer (3)einer intelligenten Fabrik (i-Factory) und der neuen Stadthalle. Im nördlichen Teil des Ledward-Geländes könnte einmal die Landesgartenschau ausgerichtet werden, frühestens ab 2026. Dieses einst von der Stadt abgetrennte Militärareal soll sich in Zukunft mit den umliegenden Stadtteilen und Arealen verbinden.

Einen Schwerpunkt bei der Umgestaltung bildet dabei eine neue Ost-West-Grünachse, die Carusallee. Sie wurde wegen ihrer Bedeutung ins Bundesprogramm „Nationale Projekte des Städtebaus“ aufgenommen und wird mit vier Millionen Euro gefördert. Für die Realisierung dieser Hauptverbindung zwischen Theodor-Fischer-Platz im Osten und dem Willy-Sachs-Stadion im Westen hat die Stadt nun ebenfalls IdeenCarusallee 2017 Preisträger 1. und 2. Preis gesammelt: Diese lieferte ein weiterer Realisierungswettbewerb, der in zwei Stufen durchgeführt wurde. Bereits im Frühjahr hatte eine Fachjury eine Auswahl aus 19 eingereichten Arbeiten von  Landschaftsarchitekten getroffen. Jetzt folgte die finale Entscheidung.

Am 26. September wurde der 1. Preisträger von Zweiter Bürgermeisterin Sorya Lippert und Baureferent Ralf Brettin offiziell ausgezeichnet: die „lohrer hochrein landschaftsarchitekten und stadtplaner gmbh“ (München). Die Leitidee des Siegerentwurfs ist der Wandel von der militärischen Liegenschaft hin zu einem zukunftsorientierten Quartier. Im Gegensatz zum klassischen Bild einer Allee mit streng aufgereihten Bäumen haben die Sieger locker gestellte Bäume, eine hainartige Allee gewählt. Mit ihrer Idee eines „lichten Hains“ beziehen sie sich auf den Maler Carl Gustav Carusallee 2017 Preisträger 1. Preis - Lohrer AxelCarus, der mit seinen Bildern von lichtem Wald und malerischen Eichen eng in der Romantik verwurzelt war.

Die geschwungenen Landschaftsinseln mit Bäumen und Wiesenflächen sind eingefasst von einem Asphaltband, auf dem auch der Stadtbus fahren kann. Zahlreiche Aktiv-Zonen finden sich in der Carusallee, darunter Sport- und Kinderspielbereiche, ebenso Ruhe-Zonen mit Lounges und Sitzgelegenheiten. Innovativ ist die Idee des Regenrückhaltebeckens, das sich den Besuchern als See präsentiert und über Sandstrände und ein Kiosk verfügt. Möglich seien auch Grillstationen und kleine Studentengärten („urban gardening“), erklärte Axel Lohrer am Rande der Preisverleihung. Er nennt seinen Entwurf einen „komprimierten Landschaftspark“, der viele Entdeckungen wie „Perlen auf einer Schnur“ ermöglicht – was für ihn auch wieder eine Verbindung zur klassischen, streng gegliederten Allee zulässt.

Carusallee 2017 Preisträger - 2. Preis NMM (1)Geist, Seele und Idee sind ein wesentlicher Teil der Architektur, zitierte 2. Bürgermeisterin Sorya Lippert den Maler Carus. Das sei sehr wichtig und treffe auf dieses Konzept zu, lobte Ralf Brettin, Baureferent der Stadt Schweinfurt, den Siegerentwurf. „Im besten Fall wird es ein Ort mit Geist und Seele sein, dem man Schweinfurt zuordnet wie den Marktplatz.“ Hier müsse man aber nicht unbedingt etwas vorhaben, an diesem Ort könne man auch einfach nur verweilen oder entlang schlendern.

Das innovative Konzept aus München sorgte im Preisgericht für „intensive Diskussion“, wie Brettin anmerkte. Letztlich entschied sich die große Mehrheit dafür. Der Baureferent bedankte sich gleichwohl bei allen sechs Landschaftsplanern, die im 2. Durchgang des Wettbewerbs angetreten waren, für die hohe Qualität ihrer eingereichten Arbeiten. Carusallee 2017 Preisträger - 3. Preis Grabner (1)Der 2. Preis ging an NMM LandschaftsArchitektur (München), der 3. Preis an „grabner huber lipp landschaftsarchitekten und stadtplaner“ (Freising).

Wie geht es weiter mit der Carusallee? Baureferent Ralf Brettin wird dem Stadtrat den Entwurf des 1. Preisträgers zur Umsetzung empfehlen, voraussichtlich in der Sitzung am 28. November 2017. Nach einem positiven Ratsentscheid würden die Planungen im Laufe des nächsten Jahres folgen. Frühestens Ende 2018 wäre Baubeginn. Mit einer Fertigstellung wäre dann gegen Jahresende 2020 zu rechnen.

Die sechs Arbeiten der zweiten Wettbewerbsstufe werden in der Ausstellungshalle des Alten Rathauses (Erdgeschoss) vom 26. September bis zum 6. Oktober 2017 täglich von 10 bis 16 Uhr öffentlich gezeigt.

Mehr zur Konversion:
http://konversion-ledward-barracks.de/externer Link


Bildbeschreibungen (von oben nach unten, inkl. Teaser-Foto):
1.) Entwurf 1. Preisträger „lohrer hochrein landschaftsarchitekten und stadtplaner gmbh“ (München). Foto-Repro: Stefan Pfister
2.) Entwurf 1. Preisträger „lohrer hochrein landschaftsarchitekten und stadtplaner gmbh“ (München). Foto-Repro: Stefan Pfister
3.) Entwurf 1. Preisträger „lohrer hochrein landschaftsarchitekten und stadtplaner gmbh“ (München). Foto-Repro: Stefan Pfister
4.) Preisverleihung 2. Stufe des offenen, zweistufigen, freiraumplanerischen Wettbewerbs Carusallee am 26.9.2017 (im Bild, von links): Baureferent Ralf Brettin, 1. Preisträger Axel Lohrer, 2. Preisträgerin Nicole Meier (NMM), Zweite Bürgermeisterin Sorya Lippert. Foto: Stefan Pfister
5.) 1. Preisträger Axel Lohrer. Foto: Stefan Pfister
6.) Entwurf 2. Preisträger "NMM LandschaftsArchitektur (München)". Foto-Repro: Stefan Pfister
7.) Entwurf 2. Preisträger „grabner huber lipp landschaftsarchitekten und stadtplaner“ (Freising). Foto-Repro: Stefan Pfister


(Redaktion: Pressebüro Stefan Pfister)

 

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