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Alter Friedhof

Historie, städtebauliche Situation,  Konzeption, Materialien

Historie

Der Alte Friedhof war ehemals Klostergarten des 1362/67 gegründeten Karmeliterklosters. Dieses wurde im Markgräflerkrieg 1553/54 als Geschützstellung verwendet und schwer beschädigt, 1560 abgebrochen.

1560 beim Wiederaufbau der Stadt zum Friedhof bestimmt, doch erst etwa ab 1575 allgemein benützt, da man damals in Franken große Abneigung hatte, sich als erster auf einem neuen Friedhof beerdigen zu lassen. Vorher war der Platz um die St. Johanniskirche der „Kirchhof“. Der älteste erhaltene Grabstein stammt aus dem Jahr 1535 (entlang der südlichen Mauer zur Bahnlinie - Klas Sellmann).

Von 1560-1874 wurden rund 40.000 Schweinfurter Bürger bestattet. U. a. die beiden ersten Präsidenten der Deutschen Akademie der Naturforscher – Leopoldina, Dr. Lorenz Bausch und Dr. Johann Michael Fehr, die Eltern und die Schwester Maria des Dichters Friedrich Rückert und viele andere bedeutende Persönlichkeiten.

Grabstein Rückerts Schwester39

1634/35 zur Zeit des 30-jährigen Krieges (1618 bis 1648) wurde der Friedhof (als Pestfriedhof) erweitert. Um den inneren Klosterhof - Friedhof- entstand ein „äußerer Friedhof“.

Nach dem II. Weltkrieg ab 1949 wurde das Areal zur Grünanlage mit Wehrturm (sog. „Jungfernkuß“) umgestaltet, der alte Baumbestand wurde dabei  erhalten.

Wehrturm43

Geschichtlich und zum Teil künstlerisch wertvolle Grabdenkmäler; Altes Steinkreuz von Hans Werner (Bamberger Bildhauer) – heute nicht mehr im Alten Friedhof vorhanden

Städtebauliche Situation

Der Alte Friedhof verknüpft als große Grünanlage nahe dem Stadtzentrum die Schultesstraße mit der Wegeverbindung von den Brennöfen zum neuen 3. Bahnhaltepunkt. An der ehemaligen Befestigungsanlage der Stadt gelegen bildet er heute gleichermaßen einen introvertierten, abgeschirmten Bereich inmitten des Stadtgeschehens.

Konzeption

Angelegt wurde der Friedhof ursprünglich in vier große Flächen in der klassischen, architektonischen Formensprache geometrischer Gestaltungen als Quadrate, Rechtecke und Trapeze.
Die Hauptachse der Wege wird von einer Nebenachse gekreuzt. Die Wege verliefen geradlinig und endeten an der Friedhofsmauer. Eine dieser großen Flächen ist heute noch erhalten und wurde in seiner ursprünglichen Form wiederhergestellt. Die aus der Zeit des Friedhofes vorhandenen Blick- und Wegeachsen wurden wieder zum Grundmuster der Neugestaltung. In der Mitte entstand eine große offene Platzfläche mit dem zentralen Wegekreuz, in dessen Mittelpunkt die durch Granit-Einzeiler gefasste wassergebundene Decke zur Reminiszenz an die Vergangenheit wird. Peter_Bilder_Alter Friedhof_18082010 (2)
Die kegelförmig geschnittenen Kronen der Hainbuchen bilden hier ein Schattenzelt in Form eines Baumrondells. Der Platz wird somit zur Reminiszenz an die Vergangenheit. Hainbuchen wurden ebenfalls verwendet bei den Wegegabelungen in der Form als Baumtor und als Formhecke bei der Abgrenzung zur Musikschule.
Alter Friedhof33

Die Standorte der Bäume und deren Form wurde aufgrund der vorhandenen historischen Planung rekonstruiert.

Dem gegenübergestellt wurde die organische Gestaltung der im südlichen Teil anschließenden Parkanlage, welche ausserhalb des ehemaligen Friedhofsbereiches liegt.

Aufgrund der noch vorhandenen Bereiche aus unterschiedlichen Zeitabschnitten des Parks mussten diese in ein Gesamtwerk gefasst und harmonisiert werden. So waren die ursprünglich ca. 1,7 m breiten Wege aus der Zeit als Friedhof an den ca. 2,5 m breiten Weg im Eingangsbereich anzugleichen und die Parkwege entlang der Bahnlinie an die Wege des ehemaligen Friedhofs anzuschließen.


Bestätigung der Ergebnisse durch Vergleich von Planung und Bestand

Stück um Stück wurde gabei der Park durch Analogieschlüsse, Anlehnung an historische Gestaltungsregeln und neu entworfene Details weiterentwickelt. Da aus der Zeit, in welcher der Park als Friedhof diente, die meisten Elemente und auch die beste Quellenlage vorhanden ist, fiel die Entscheidung für diese Epoche der Grünfläche als gestalterisches Leitbild.

Der Vergleich der vorhandenen Pläne des Friedhofes aus dem Jahr 1806 mit einer Karte der Stadt aus dem Jahr 1834 diente als Nachweis, dass der Friedhof entsprechend dieser Planung auch realisiert worden war.


Materialien

Die gesamten Wege und das Wegekreuz wurden einheitlich aus einer wassergebundenen Decke hergestellt. Aus der Zeit der Parkanlage stammende Wege wurden durch eine Color-Asphaltdecke erstellt. Beiden gemeinsam ist die Einfassung aus Granit. Der ehemalige Verlauf der Mauern im südlichen Bereich wurde durch Sandsteinplatten markiert.

Alter Friedhof40

Aufgrund des mittlerweile 90 Jahre alten Baumbestandes war es leider nicht möglich an der Stelle des ehemaligen Wassergrabens erneut eine Wasserfläche zu bauen. An seine Existenz erinnert ein blau blühendes Staudenbeet aus 25 verschiedenen Arten wie Salbei, Glockenblumen, Astern und Rittersporn.

Alter Friedhof42

Die Stadt Schweinfurt verfügt mit dem Alten Friedhof über eine Gartenanlage, welche neben den Wehranlagen in das Verzeichnis der Historischen Gärten und Parks der Bundesrepublik Deutschland aufgenommen ist.

Als Gartendenkmal wirkt der Alte Friedhof als Ruhepol inmitten der Stadt. Er erlebte unterschiedliche Nutzungen, zuletzt die als Parkanlage.

Vor der Sanierung 2010 war ein wesentlicher Missstand die durch Ziersträucher zugewachsenen Flächen und der damit beeinträchtigten räumlichen Verengung. Die städtebaulich-räumliche Erlebbarkeit v. a. der Bezug zur Heiliggeist-Kirche war ebenso wie die bauliche Beschaffenheit der Grünanlage stark beeinträchtigt.

Der historische Entwurf der Grünfläche konnte wieder rekonstruiert werden - trotz zahlreicher Umgestaltungen in der Vergangenheit.

Letztere galt es mit denkmalpflegerischen Mitteln zu kompensieren, um die historischen Grundstrukturen der einzelnen Zeitepochen wieder deutlicher ins Bewusstsein des Besuchers zu rücken.

 

 

Kontakt
Stadt Schweinfurt
Markt 1
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Fax: +49 (9721)51-266
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