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Talent kennt kein Geschlecht. Malerinnen und Maler der Romantik auf Augenhöhe


Termin: 23.05.2020
Uhrzeit: 10:00 - 17:00
Veranstaltungsort: Museum Georg Schäfer, Brückenstraße 20, 97421 Schweinfurt
Homepage: https://www.museumgeorgschaefer.deexterner Link


VERLÄNGERT bis 12. Juli 2020


Während in den Jahrhunderten zuvor den Künstlerinnen allenfalls der Status von Ausnahmetalenten zuerkannt wurde, erfolgte in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts ein breiter Aufbruch der Malerinnen als eine sich untereinander vernetzende Gruppe. Dieser Aufbruch ging in Deutschland von wenigen, für Frauen nunmehr offen stehenden Kunstakademien aus und traf auf erhebliche Vorurteile seitens der männlichen Kollegen. Selbst Künstler, die in direktem Kontakt zu einer Kollegin standen, ja mit ihr befreundet waren, sahen deren Handeln im Zusammenhang mit dem gesellschaftlich geforderten Rollenbild der Frau. So „lobte“ Wilhelm von Kügelgen seine Kollegin Caroline Bardua mit den Worten „An Ausdauer, Fleiß und Konzeptionsfähigkeit übertraf sie ihr Geschlecht“.  Das Qualitätskriterium war also nicht die Kunst ihrer Zeit, sondern die Kunst der Frauen.

Aber gab es überhaupt eine geschlechtsspezifische Kunst? Nach heutiger Ansicht ist dies zweifelhaft, doch 1834 forderte die englische Kunstschriftstellerin Anna Jameson von den Malerinnen, in ihren Werken solle der „weibliche Verstand“ und ihre Hand als eigene Macht zum Ausdruck kommen. Sie traf während ihrer Reisen auf die führenden deutschen Künstlerinnen und beginnend mit Raffael reihte sie deren Werke ein in die lange Geschichte der Malerei – ein Statement, das damals so wenig selbstverständlich war wie überhaupt das Urteil einer Frau in Sachen Kunst. Ein weiteres Vorurteil war die Behauptung, dass sich die von Frauen gemalten Bilder in der Qualität nicht mit denen der Männer messen konnten. Aufgrund der Ausstellungspraxis der Zeit gelang es nur wenigen Malerinnen, dies durch direkte Vergleiche widerlegen zu können.

Für die Ausstellung wurden insgesamt 40 Arbeiten, hauptsächlich Gemälde, aus 23 Museen, Kirchen und privaten Sammlungen geliehen und sind mit 50 Arbeiten aus dem Museum Georg Schäfer vereint. Viele Werke waren noch nie öffentlich zu sehen, neu ist auch die Kombination der Werke anhand vergleichbarer Themen und Techniken. Ausstellung und Katalog gehen dabei auch der Frage der historisch einzuordnenden Rollenzuweisung als Künstlerin in der Romantik nach. Dabei sind die Themenkreise der Ausstellung in acht Sektionen chronologisch angelegt und reichen von der Stillebenmalerei über höfische Porträts, Familie und Geselligkeit bis hin zu Italien und Raffael als Vorbild. Durch die Gegenüberstellung mit Werken von männlichen Zeitgenossen ergeben sich spannende Vergleiche hinsichtlich der Themenbehandlung, der Qualität wie auch der Bildtraditionen von ca. 1770 bis 1840.

Vertreten sind 16 Künstlerinnen, darunter Angelika Kauffmann, Caroline Bardua, Marie Ellenrieder und Louise Seidler, sowie 20 Künstler.




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