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TanzensembleEbracher Hof (mgs)Stadttheater (Foto: Andreas Hub)Kunsthalle (Foto: Peter Leutsch, Schwebheim)

Landesgartenschau 2026: Viele kreative Ideen der Bürger zur Gestaltung und Durchführung

Wie soll das Gartenschaugelände einmal aussehen, was darf nicht fehlen? Eine Vielzahl von Anregungen hat die Bürgerwerkstatt zur Landesgartenschau 2026 in der Stadt Schweinfurt hervorgebracht, an der sich rund 40 Bürgerinnen und Bürger beteiligten. „So viele Ideen, so viel Kreativität, das war heute herausragend“, freuten sich Oberbürgermeister Sebastian Remelé sowie Baureferent Ralf Brettin und zogen ein positives Fazit. (MIT VIELEN BILDERN AUCH VOM AUSSTELLUNGSGELÄNDE UND DER CARUSALLEE)

Die Stadt Schweinfurt hatte die Bürgerinnen und Bürger am Samstag, 18. Juli 2020, zur Bürgerwerkstatt auf das Gelände der früheren Ledward-Kaserne eingeladen, Landesgartenschau Bürgerwerkstatt 18.7.20 - Foto (c) Stefan Pfister (56)wo in sechs Jahren die Landesgartenschau (LGS) durchgeführt wird. „Heute sind Sie gefragt: Wie stellen Sie sich einen solchen Bürgerpark vor?“, erläuterte der Baureferent. Der Zeitpunkt war bewusst so gewählt, noch bevor der nächste planerische Schritt ansteht. Momentan bereitet die Stadtverwaltung die Auslobung des landschaftsplanerischen und städtebaulichen Realisierungs- und Ideenwettbewerbs vor. Brettin versicherte, dass sich die Anregungen in den Aufgabenstellungen des Wettbewerbs wiederfinden werden. „Wir möchten nicht den erstbesten Entwurf, sondern den Besten!“

In der ehemaligen Panzerhalle 237, die erhalten bleibt und bei der Landesgartenschau unter anderem als Blumenhalle genutzt wird, erarbeiteten die Teilnehmer in drei Gruppen ihre Ideensammlung. Am Ende waren mehrere Dutzend Zettel mit Anregungen beschriftet, die Stellwände mit Vorschlägen zur Gestaltung des Geländes sowie für das Programm und die begleitenden Trittstein-Projekte gut gefüllt.

Ideen zu Daueranlagen, LGS-Durchführung und Trittsteinen

Bei den Daueranlagen im Bürgerpark wurden gleich mehrfach verschiedene Lehrgärten und ein Baumlehrpfad genannt. Die Bürger wünschen sich zudem Projekte rund um die Mobilität: darunter Fitnessparcours, Bereiche für Seniorensport, Sportstätten, Landesgartenschau Bürgerwerkstatt 18.7.20 - Foto (c) Stefan Pfister (57)Kinderspielplätze sowie seniorengerechte Wege. Auch das Thema Wasser ist für Viele ein wichtiger Aspekt: Wasser- und Matschspielplätze, ein Wassermanagement und „Atmosphäre wie am Baggersee“ wurden notiert. Ebenso spielen dauerhafte Gärten für die Bürger eine Rolle: etwa in Form eines Bürgergartens, der gemeinsam bepflanzt wird, sowie „Urban Gardening“, kleine gärtnerische Nutzflächen. Obstwiesen/-bäume, ein Aussichtturm, interkulturelle und Schul-/Kitaprojekte wurden außerdem angeregt. Patenbäume der Partnerstädte und eine auch nach der LGS genutzte Naturbühne sind nach Ansicht einiger Teilnehmer ebenfalls lohnende Überlegungen.

Für die eigentliche Durchführung der Landesgartenschau halten mehrere Bürgerinnen und Bürger eine gute Anbindung des ÖPNV (Shuttlebusse) für notwendig, zusätzlich günstige Jahreskarten, eine tägliche Gastronomie und die Einbindung von „Schweinfurt spezifischen“ Themen (Verbindung Stadt – Industrie) in das LGS-Konzept. Bei der Landesgartenschau, so ein weiterer Wunsch, sollten regionale Gemüsebauern vertreten sein und alte Anbaumethoden Landesgartenschau Bürgerwerkstatt 18.7.20 - Foto (c) Stefan Pfister (64)präsentiert werden. Insektenhotels und Bienenwiesen waren weitere Anregungen. Manche wünschen sich Ruhebereiche, andere eine besondere Kindernutzung oder Programme in Form einer „Sendung mit der Maus“.

Der dritte Bereich in der Bürgerwerkstatt umfasste die Trittstein-Projekte. Sie sollen die beiden Landesgartenschau-Areale (Ledward-Kaserne und Kesslerfield) bis hin zur Innenstadt und zum Main über Grüne Bänder verbinden. Diesbezügliche Bürgerwünsche waren unter anderem die Aufwertung des Spitalseeplatzes und der Innenhöfe im Musikerviertel, die Begrünung des Zeughausplatzes sowie die Einbindung von Schuttberg, Bahnhof, Mainwiesen und Schulen. Einige Teilnehmer sprachen sich für die Anbindung des interkulturellen Gartens und für den neuen „Urban Garden“ im Olympia-Morata-Gymnasium aus. Weitere Ideen: ein „Naschgarten“, Projekte zur „Essbaren Stadt“ und ein Park der Partnerstädte. Auf besonderes Interesse stieß der Vorschlag zu „Pocket Parks“: Dabei handelt es sich um Grünflächen im Miniaturformat in dichtbebauten Bereichen, die gärtnerisch gestaltet werden können.

Landesgartenschau Bürgerwerkstatt 18.7.20 - Foto (c) Stefan Pfister (13)„Unsere Erwartungen wurden heute erfüllt“, freute sich Oberbürgermeister Sebastian Remelé. Auch einige befragte Teilnehmer waren zufrieden mit der Veranstaltung. Roland Merz lobte die sehr vielfältigen und guten Ideen. Einzig fehlte ihm, wie diese konkret umgesetzt werden könnten. Sehr inspirierend fand Ursula Schmidt die Bürgerwerkstatt, die, so ihr Wunsch, eine Fortsetzung erfahren sollte. Einen Appell richtete sie an die Stadt Schweinfurt: Rechtzeitig mit der Anpflanzung zu beginnen und damit aus den Fehlern der Gartenschau in Würzburg 2019 zu lernen. Dass dort während der LGS nachgepflanzt werden musste, fand sie unschön.

Begeistert zeigte sich auch Petra Pintscher von der Bayerischen Landesgartenschau GmbH, die die Bürgerwerkstatt moderierte. Sie zeigte sich angetan von den vielen Anregungen, die man auch realisieren könne, und dass die Stadt Schweinfurt ihre Bürger schon sehr frühzeitig beteilige. Intensiv und konstruktiv sei auch eine Expertenwerkstatt, die bereits am 16. Juli stattfand, gewesen. Für den Herbst kündigte sie eine weitere „Werkstatt“ speziell für Kinder und Jugendliche an.

Weiterer Zeitplan bis zur Landesgartenschau 2026

Der Zeitplan für das weitere Vorgehen sieht wie folgt aus: Bis Ende September werden nun die Aufgabenstellung für den Architektenwettbewerb formuliert, über die der Stadtrat dann entscheiden wird. Darin fließen die Ideen aus der Bürgerwerkstatt mit ein. Von November bis Januar 2021 können Landschaftsarchitekten und Stadtplaner ihre Entwürfe Landesgartenschau Bürgerwerkstatt 18.7.20 - Foto (c) Stefan Pfister (35)ausarbeiten. Die Stadtverwaltung rechnet mit rund 20 Teams, die sich beteiligen werden. Im März 2021 wird eine Fachjury den Siegerentwurf prämieren. „Erst dann wissen wir, wie sich das Gelände der Landesgartenschau 2026 zeigen wird“, sagte Remelé. Die Entwürfe werden der Öffentlichkeit bei einer Ausstellung im Anschluss an die Entscheidung des Preisgerichts präsentiert. Bis das Gelände „baureif“ ist, wird noch einige Zeit vergehen. Ralf Brettin geht davon aus, dass im Sommer 2023 mit der Umsetzung des finalen Gestaltungskonzepts begonnen werden kann. Spätestens im Herbst 2025 soll das Ausstellungsgelände größtenteils fertig gestaltet sein.

Bei einem Rundgang vor Beginn der Bürgerwerkstatt führten der OB und Baureferent sowie Landschaftsarchitekt Vinzenz Dilcher vom Büro „UmbauStadt“ die Teilnehmer in kleineren Gruppen über das Konversionsgelände. An den vier Eckpunkten des künftigen Bürgerparks konnten sie sich ein Bild von der Größe und der aktuellen Situation machen. Derzeit sind die Bagger am Werk: Der Abriss der militärischen Gebäude ist im vollen Gange und wird noch längere Zeit andauern.

Nationales Projekt Carusallee wird Frühjahr 2021 fertiggestellt

Schon erheblich weiter gediehen sind die Arbeiten an der Carusallee. Sie verläuft südlich des späteren Landesgartenschaugeländes und Bürgerparks und dient als zentrale Ost-West-Achse mit Fuß- und Radwegen vom Theodor-Fischer-Platz bis zur Heeresstraße. Das national prämierte Bauprojekt wirdLandesgartenschau Bürgerwerkstatt 18.7.20 - Foto (c) Stefan Pfister (4) mit rund vier Millionen Euro aus Bundesmitteln gefördert. Es ist zu zwei Dritteln fertiggestellt und wird im nächsten Frühjahr seiner Bestimmung übergeben.

Im Gegensatz zu einer gleichförmigen Allee-Struktur ist die Carusallee im Stil eines Hains angelegt: Runde, ungleichmäßige Formen prägen das Erscheinungsbild der Wege, Hügel, Natur-, Sport- und Aufenthaltsbereiche und sollen damit bewusst einen Kontrast zur früheren  militärischen Nutzung bilden. Bei der Auswahl der Baum- und Pflanzenarten wurde auf eine besondere Verträglichkeit gegenüber Trockenheit und Hitze geachtet.

Ohnehin spielt die Nachhaltigkeit beim Landesgartenschaugelände und Bürgerpark eine wichtige Rolle: „Wir möchten hier eine Grüne Lunge für das 21. Jahrhundert entwickeln“, erklärte Oberbürgermeister Sebastian Remelé und ergänzte dahingehend: „Wir planen nicht für sechs Monate Landesgartenschau, sondern für 60 Jahre.“

(Text und Fotos: © Pressebüro Stefan Pfister)


Aktuelle Informationen zur Landesgartenschau 2026
erhalten Sie auf der neuen Internetseite:

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