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TanzensembleEbracher Hof (mgs)Stadttheater (Foto: Andreas Hub)Kunsthalle (Foto: Andreas Hub)

Farbharmonie als Ziel: Adolf Hölzel Ausstellung im Museum Georg Schäfer

Das Georg Schäfer Museum präsentiert vom 03.02. bis 01.05.2019 die Sonderausstellung: „Farbharmonie als Ziel: Adolf Hölzel auf dem Weg zum Ungegenständlichen“. 

1 Farbkomposition HolzfällerDiese Ausstellung geht den faszinierenden Stationen eines der führenden Wegbereiter der Moderne nach: Adolf Hölzel (1853 Olmütz – 1934 Stuttgart) und schließt in ihrer künstlerischen Gegenposition direkt an die vorangehende Ausstellung zu Egon Schiele an.
Nach Studien in Wien und München schuf er im 19. Jahrhundert weit beachtete Figurenbilder und Landschaften und erreichte auch als Kunstpädagoge aufgrund einer von ihm begründeten Malerschule in Dachau große Anerkennung. Dabei galt er anfangs gleichermaßen als Neoimpressionist, als Nabis-orientiert wie auch als Maler im Stil von Wilhelm Leibl. 

Die ab 1898 datierbaren „Handübungen“ Hölzels, aus denen heraus er sowohl dem Ornament als auch der japanischen Kalligraphie nahestehende, gegenstandslose Zeichnungen schuf, werden erst ab 1903 bekannt durch Artikel von Arthur Roessler (einem Freund Egon Schieles). Hölzel bleibt weiterhin ein Suchender, erforscht und erfindet einerseits Farbkreise und Kompositionslehren, sieht ihre normativen Grenzen aber in der „Empfindung“. Diese ruft er bei sich selbst durch traumartige Zustände hervor, indem er nach dem Erwachen eine Zeit lang mit geschlossenen Augen arbeitet. Dazu verkündet er: „Das Gesetz in der Kunst ist die aus der Empfindung gewonnene Formel“. Damit erkennt Hölzel als einer der ersten Künstler das Unbewusste als Potenzial für die bildende Kunst, was sich auch auf seine als Schriftsockelblätter 2 Farbkompositon V - purpurviolettbezeichneten Verbindungen von Text und Bild auf einem Blatt, insbesondere aber auf seine seltsam wirkenden Wortreihungen auswirkt. Erst ein Jahrzehnt später nutzen die Surrealisten um André Breton ähnliche Methoden der „écriture automatique“. 

Bereits das „Gesetz“, die Kompositionslehre Hölzels, wird vom Unbewussten, der „Empfindung“, beeinflusst und relativiert. Kunst kommt nach seinen Definitionen, die er allerdings begrifflich häufig variiert, also weder allein gesetzmäßig, noch allein schöpferisch-genialisch zustande. Insbesondere die stark buntwertigen Farben, mit denen er die Mitte seiner Arbeiten bestimmt, setzt er in einen komplementären Farb- und Formenzusammenhang. Das derart modulierte Bild konnte mal mehr rhythmisch und prismatisch, mal mehr gegenständlich und erzählerisch sein – verblüffte aber in jedem Fall seine Zeitgenossen. Beim Gegenständlichen griff er zumeist auf christliche Motive zurück, z.B. auf Anbetungsszenen.

Früh sah Hölzel auch einen Zusammenhang zwischen Musik und bildender Kunst, so 1904: „Was die Verquickung von Malerei und Musik anbelangt, so ist die Schwingungszahl der Licht- und Tonwellen so sehr verschieden, daß keinerlei Verbindung, aber viele Ähnlichkeiten vorhanden sind“. 

Ab 1905, mit der Berufung an die Stuttgarter Kunstakademie, wandelt sich seine Kunst und beinhaltet nun ein langsames, stets didaktisch und theoretisch untermauertes Herangehen an die Abstraktion – zu deren eigentlichen Begründern er zählt. 1918 schreibt Konrad Düssel über seine Aktivitäten: „So geht der Kampf im tiefsten Grunde um die Autonomie der Malerei“. 

4 Fenster für das Stuttgarter Rathaus, MitteErst nach dem Ende seines akademischen Lehrberufs im Jahr 1918, befreit von einer Begründung seiner neuen Malerei, lässt Hölzel das Normative hinter sich, wird als Künstler sichtbarer. Nun konzentriert er sich auf das Pastell als Medium, das in den 1920er Jahren all sein Schaffen dominiert. Zu den früheren Aufträgen für Glasfenster (Firma Bahlsen in Hannover) treten nun Weitere, z.B. für das Stuttgarter Rathaus. Seine späten Arbeiten werden ab 1933 als „entartet“ eingestuft und aus den öffentlichen Sammlungen und Gebäuden entfernt. 

In der Ausstellung sollen sowohl die einzelnen Schritte als auch die erstaunliche künstlerische Vielfalt seines Oeuvres deutlich werden. Dazu zählen sowohl Pastelle, Ölbilder und Glasfenster als auch die bisher als bloße  Morgen- und Fingerübungen betitelten Tuschzeichnungen. Hölzel weicht in Bild-Text-Blockvarianten zudem auf die Schrift als intellektuelles Zusatzmedium aus. Während Hölzel nach 1945 mehr als pragmatischer Pädagoge gewürdigt wurde, ist das Interesse an ihm als Künstler in den letzten Jahren ständig gewachsen.

Ausgewählt für unser Vorhaben wurden 100 Arbeiten aus dem Besitz der Adolf Hölzel-Stiftung Stuttgart und aus den bedeutendsten alten Privatsammlungen zu Hölzel. Bei 28 Werken kommt es zu einer Erstpräsentation für die Öffentlichkeit. 
Im Unterschied zu vorausgehenden Ausstellungen wird die Rolle seiner berühmten Schüler (Oskar Schlemmer, Willi Baumeister, Johannes Itten, etc.) nicht thematisiert: Hier geht es nur um Adolf Hölzel. 

Der Katalog mit Expertenbeiträgen erscheint im Wienand-Verlag, Köln.
Ein abwechslungsreiches Begleitprogramm bereichert die Ausstellung.

Kurator: Dr. Wolf Eiermann (Wissenschaftlicher Beirat der Hölzel-Stiftung Stuttgart und Honorarprofessor an der Universität Würzburg) 

Den Flyer finden Sie hier. 


Farbharmonie als Ziel
Adolf Hölzel auf dem Weg zum Ungegenständlichen
03.02.2019 bis 01.05.20195 Hölzel als Freilichtmaler
Eintrittspreise: 9,00 €, erm. 7,00 €
Katalog: 35,90 €
Öffnungszeiten: Di. 10:00 - 20:00 Uhr, Mi. - So. 10:00 - 17:00 Uhr
Ab jedem ersten Dienstag im Monat freier Eintritt in das gesamt Haus.
Öffentliche Führungen: Di. 18:30 Uhr, Sa. und So. 14:00 Uhr
Kuratorenführungen mit Dr. Wolf Eiermann: Di., 12.02., 18:30 Uhr und So., 14.04., 14:00 Uhr
Museum Georg Schäfer
Brückenstraße 20
97421 Schweinfurt
Tel.: (0 97 21) 51 48 20
Internet: www.museumgeorgschaefer.deexterner Link


Eröffnung der Ausstellung: 02.02., 15:00 Uhr
- Gastredner: Sebastian Remelé, Oberbürgermeister der Stadt Schweinfurt und Dr. Frank Oppenländer, Vorsitzender des Vorstands der Adolf Hölzel-Stiftung  
- experimenteller Tanz mit Anne Fasel und Peter Schwinn 


Begleitveranstaltungen zur Ausstellung

So., 03.02.19, 14:00 Uhr
KUNST FÜR KINDER mit Anne Hess        
Wenn die Farben mit den Formen spielen… entstehen schöne bunte Bilder. 

Sa., 23.02.19, 14:00 Uhr
Künstlerführung durch die Sonderausstellung Adolf Hölzel mit Anne Hess
Im anregenden Gespräch unter der Leitung einer fachkundigen Künstlerin laden wir Sie ein zu einem Rundgang durch die Sonderausstellung. Anne Hess stellt Hölzels Kunsttheorie und Methode vor. Welche Beobachtungen und Erfahrungen begründen Hölzels Vorstellungen? Was war ihm wichtig zu vermitteln? Des Weiteren widmet sie sich den besonderen Fragen von Kunstschaffenden. Die Führung richtet sich besonders an Kunstschaffende, Kunsterzieher und interessierte Laien. – Dauer 90 Minuten

So., 03.03.19, 14:00 Uhr
KUNST FÜR KINDER mit Rebecca Mönch    
ABSTRAKT!? 
Mit Musik im Ohr wird ein abstraktes Kunstwerk gemalt. 

Fr., 08.03.19, 14:00 Uhr und 15:30 Uhr 6 Porträt Emmy Hölzel
„Mit aller Energie und Liebe tätig sein, denn Kunst ist Liebe, Energie und Tat…“ (Adolf Hölzel)
Themenführungen zum Internationalen Frauentag mit Colleen Reuss

Sa., 30.03.19, 13:00 - 16:00 Uhr
MALEN IM MUSEUM: Farbe und Form mit Rebecca Mönch M.A. und Anne Hess
Inspiriert von Hölzels Farb- und Formkompositionen findet eine Annäherung an die menschliche Figur statt. Außerdem werden Übungen zum Malen aus dem Unterbewussten ausprobiert. 
Der Kurs richtet sich an alle Anfänger und geübte Zeichner ab 14 Jahren, die Spaß am Malen in einer Gruppe in anregender Atmosphäre haben. 
Materialien zum Ausprobieren stehen zur Verfügung (ggfls. Materialgeld), können aber auch gerne mitgebracht werden. – Kursgebühr 10 €

Di., 02.04.19, 18:00 Uhr
Hölzel und die Musik 
Vortrag von Prof. Dr. Karin von Maur, Stuttgart
Als eine der bekanntesten Forscherinnen zur Entstehung der Kunst der Klassischen Moderne wird Karin von Maur die Rolle der Musik im Werk des 1853 geborenen „Revolutionärs“ Hölzel erläutern. Vortrag mit Bildern. Eintritt: 5,00 €


Bildbeschreibungen und Copyrights (von oben nach unten)

1. (Miniatur-Bild) Flyer Ausstellung
© Museum Georg Schäfer

2.  Adolf Hölzel: Farbkomposition Holzfäller, um 1925
Pastell, 31,4 x 42,1 cm
Privatbesitz
© Fotografie Privatbesitz

3. Adolf Hölzel: Farbkomposition V – purpurviolett (Wallfahrt mit großem Stadtbild), Ende 20er Jahre
Pastell, 64 x 68 cm
Privatbesitz 
© Fotografie Privatbesitz

4. Adolf Hölzel: Mittleres Fenster für das Stuttgarter Rathaus, 1926-28
mundgeblasenes Echtantikglas, Bleiruten, Holzrahmen, 137 x 60 cm
Landesmuseum Württemberg 
© Fotografie P. Frankenstein / H. Zwietasch

5. Adolf Hölzel: Hölzel als Freilichtmaler, o. J.
Foto
Adolf Hölzel-Stiftung Stuttgart
© Fotografie Adolf Hölzel-Stiftung, Stuttgart

6. Adolf Hölzel: Porträt Emmy Hölzel, o. J.,
Öl auf Leinwand, 50 x 40 cm, 
Adolf Hölzel-Stiftung Stuttgart
© Fotografie Adolf Hölzel-Stiftung, Stuttgart
 

Kontakt
Stadt Schweinfurt
Markt 1
97421 Schweinfurt
Tel: +49 (9721)51-0
Fax: +49 (9721)51-266
E-Mail: buergerservice@schweinfurt.de

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