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TanzensembleEbracher Hof (mgs)Stadttheater (Foto: Andreas Hub)Kunsthalle (Foto: Peter Leutsch, Schwebheim)

Museum Georg Schäfer zeigt Zille zwischen Rinnstein und Akademie

Im zehnten Jahr seines Bestehens präsentiert das Museum Georg Schäfer eine besondere Ausstellung: Bis 6. Februar 2011 sind Werke von Heinrich Zille unter dem Motto „Zwischen Rinnstein und Akademie“ zu sehen. Die Schau offenbart eindrucksvoll, dass Zille weit mehr als nur ein „Witzblattzeichner“ gewesen sei, merkte Kuratorin Dr. Karin Rhein zur Eröffnung an.

2010 - Zille Ausstellung MGS - Zille - Am Strand - Christel LehmannDer als Sohn eines Uhrmachers und Feinschlossers nahe Dresden geborene Rudolf Heinrich Zille (1858 – 1929) zählt zu den bekanntesten Berliner Künstlern. Bereits zu Lebzeiten wurde der Zeichner mit seinen charakteristischen Bildern, die millionenfache Verbreitung fanden, zu einer der markantesten Persönlichkeiten seiner Epoche. Im Fokus seines Schaffens standen „immer wieder die Ausgestoßenen und Verrufenen, die Kinder der Hinterhöfe, die schweren Jungs und leichten Mädchen‘“, so Dr. Karin Rhein. Die Kuratorin skizzierte Zille im Rahmen ihrer Einführung in die Ausstellung am 13. November vor weit über hundert Gästen im Foyer des Museums als Künstler, der mit beißendem Witz und Anteilnahme die Schattenseiten Berlins in den Jahren der 2010 - Zille Ausstellung MGS - Stefan Pfister (5)Industrialisierung, Wohnungsnot, Kinderarbeit, Alkoholismus, aber auch das Vergnügen der armen Leute und Kleinbürger geschildert habe.

 Die Ausstellung „Heinrich Zille – Zwischen Rinnstein und Akademie“ zeigt einen Überblick über Zilles Schaffen in den Jahren zwischen 1873 und 1927. Frühe Zeichenversuche sind ebenso zu sehen wie Szenen aus dem düsteren Berlin, die für die Ausstellungen der Berliner Secession entstanden, Bilder aus der Zeit des Ersten Weltkriegs, Unterhaltsames für Zeitschriften und Bücher sowie Berührendes und Humorvolles. Für Käthe Kollwitz, so formulierte es die Kuratorin, habe es „weit mehr als nur einen Zille“ gegeben: Er sei Humorist, Satiriker, aber auch Maler gewesen.

2010 - Zille Ausstellung MGS - Zille Der Budiker - Oliver ZiebeDie Ausstellung will Heinrich Zilles Werke nicht isoliert betrachten, sondern setzt diese in Wechselwirkung zu den Arbeiten seiner Lehrer, Vorbilder und Freunde. Die direkten Gegenüberstellungen erlauben spannungsvolle motivische, inhaltliche und stilistische Vergleiche. Sie zeigen Nähen und Gegensätze. So wird ein ganzheitliches Bild des bekannten Berliner Künstlers gezeigt.

Einen Schwerpunkt bildet Zilles Einbindung in das Berliner Kunstleben – denn obwohl seine Karriere als freischaffender Künstler erst spät begann und er bis heute als Außenseiter gilt, nahm er doch in vielfältiger Weise am Kunstgeschehen seiner Zeit Teil: Als Junge bewunderte er die Sittenbilder William Hogarths; während seiner Ausbildung zum Lithographen unterrichtete ihn der bekannte Illustrator Theodor Hosemann. Er verehrte die großen Berliner Zeichner, insbesondere Daniel Chodowiecki und Adolph von Menzel. Durch seine Tätigkeit bei der Photographischen Gesellschaft ergaben sich Kontakte zu namhaften 2010 - Zille Ausstellung MGS - Stefan Pfister (4)zeitgenössischen Künstlern, darunter Max Liebermann, in dem er einen engagierten Förderer fand, und der ihn 1924 sogar in die Berliner Akademie der Künste einführte.

Die Schau umfasst etwa 120 Exponate, zum Großteil Zeichnungen, daneben Photographien und Dokumente von Heinrich Zille sowie Werke seiner Lehrer, Vorbilder, Kollegen und Freunde. Zu den großzügigen Leihgebern zählen die Stiftung Stadtmuseum Berlin, das Unternehmensarchiv des Axel Springer Verlages, die Akademie der Künste Berlin, die Berlinische Galerie, das Kupferstichkabinett und die Kunstbibliothek der Staatlichen Museen zu Berlin. Auch viele Exponate aus der Sammlung des 2010 - Zille Ausstellung MGS - Stefan Pfister (2)Museums Georg Schäfer sind in die Ausstellung eingebunden. Karin Rhein dankte allen Leihgebern sowie dem Team des Museums Georg Schäfer für das Gelingen der Ausstellung.

Der Oberbürgermeister der Stadt Schweinfurt, Sebastian Remelé, eröffnete gemeinsam mit Kuratorin Dr. Karin Rhein die Ausstellung und outete sich dabei als Zille-Fan seit seiner Kindheit. Es sei für ihn daher eine besondere Freude, erklärte er in seinen Begrüßungsworten gegenüber den Gästen der Eröffnung, dass erstmals eine solche Schau mit Werken des bekannten Künstlers in diesem Umfang in Schweinfurt gezeigt wird.

(Stefan Pfister)


Begleitend erscheint ein Katalog:
128 Seiten, 118 Abbildungen, davon 92 farbig, 15,00 Euro.

2010 - Zille Ausstellung MGS - Baluschek Berliner Vorstadt - MGSWeitere Informationen zur Ausstellung

Homepage des Museums Georg Schäferexterner Link


Bildverweise (von oben nach unten):
1.) Impressionen Eröffnung Zille Ausstellung, Foto: Stefan Pfister

2.) Heinrich Zille: Am Strand, 1912, Wasserfarben und
D
eckweiß, 31,9 x 49,3 cm, Stiftung Stadtmuseum Berlin, Foto: Christel Lehmann
2010 - Zille Ausstellung MGS - Stefan Pfister (7)
3.) Büste Georg Schäfer, Foto: Stefan Pfister


4.) Heinrich Zille: Der Budiker, 1916, Lithographie, 25,9 x 20,2 cm (Blatt), Stiftung Stadtmuseum Berlin, Foto: Oliver Ziebe

5.) Innenansicht Museum Georg Schäfer, Foto: Stefan Pfister

6.) Hans Baluschek: Berliner Vorstadt im
Schnee mit zwei Betrunkenen, 1903/04, Feder, grau laviert, weiß gehöht, 24,5 x 34 cm, Museum Georg Schäfer, 2010 - Zille Ausstellung MGS - Stefan Pfister (6)Schweinfurt

7.) Impressionen Ausstellung Eröffnung 13.11, im Bild von rechts Kuratorin Dr. Karin Rhein, Oberbürgermeister Sebastian Remelé und Fritz Schäfer, Vorsitzender der Sammlung-Dr.-Georg-Schäfer-Stiftung, und seine Ehefrau Hannelore Schäfer-Gärdes, Foto: Stefan Pfister


8.) Porträt Georg Schäfer, Foto: Stefan Pfister

9.) Impressionen MGS, Foto: Stefan Pfister

Kontakt
Stadt Schweinfurt
Markt 1
97421 Schweinfurt
Tel: +49 (9721)51-0
Fax: +49 (9721)51-266
E-Mail: buergerservice@schweinfurt.de

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