Wilhelm Sattler

(1784-1859)

Sattler WilhelmZu seiner Zeit gehörte Wilhelm Sattler als Erfinder des „deutschen Sago“ und des „Schweinfurter Grün“ zu den bekanntesten Industrieellen Bayerns.
Sattler ist der Gründer der Schweinfurter Farbenindustrie und gilt auch als Begründer der ersten bayrischen Tapetenfabrik.
Nach seiner Kaufmannslehre in Hannoversch-Münden arbeitete er von 1803-1805 als Großhandelskaufmann in einer Großhandlung in Hannoversch-Münden. 1807 eröffnete er sein Geschäft in der Kirchgasse in Schweinfurt. Zwei Jahre später heiratete er Catharine Geiger. Die Erfindung des „deutschen Sago“ (Stärke, die aus Kartoffelmehl hergestellt wird) fällt auf das Jahr 1810. 1813 wird ein Teil der Farbenherstellung in den Ort Schonungen verlagert. Im folgenden Jahr erfindet der Industrielle das „Schweinfurter Grün“.
Um seine Geschäfte zu forcieren, bewirkte er –Dank seiner guten Verbindungen- den Bau der
Eisenbahnstrecke von Bamberg über Schweinfurt, Würzburg nach Aschaffenburg. So konnte er auch
den Weg nach München leichter bewältigen, den er als Mitglied des Bayerischen Landtags oft
bewältigen musste. Privat hatte er Schloß Mainberg gekauft. Dort wohnte er zusammen mit seiner
Frau und 14 Kindern. Auf Schloß Mainberg empfing er auch den bayerischen König Ludwig I. Wilhelm
Sattler erhielt zahlreiche Auszeichnungen, so z.B. das „Ritterkreuz des Verdienstordens vom Heiligen
Michael“. 1859 schied er als einer der bedeutensten Bürger Schweinfurts aus dem Leben.
Das „Schweinfurter Grün“
Das „Schweinfurter Grün“ (engl. Emerald green) wurde anno 1800 erstmalig in Wien hergestellt. Die
Bezeichnung der Farbe richtet sich nach dem Ort ihrer ersten industriellen Erzeugung. Wilhelm Sattler
war stet bemüht, sein Wissen über die Herstellung von Farben zu mehren. Während andere
Schweinfurter am Abend zu Wein und Bier gingen, vertiefte er sich in die Lektüre alter und neuer
Bücher über die Gewinnung von Farben. Eines Tage, erfuhr er so, dass eine Verbindung von Grünspan und Arsenik ein schönes Grün hervorbringe. Dies gab er an seinen Freund und Gehilfen Ruß weiter und regte diesen zu Versuchen an. Dessen Versuche hatten jedoch nur eine schmutzige, grün-gelbliche Farbe als Ergebnis, die er missmutig sofort wieder wegschüttete. Sattler, eine echte Forschernatur, ließ sich jedoch davon nicht entmutigen, sondern machte sich selbst an die Arbeit.
Zwar musst er zunächst einen anfänglichen Misserfolg wegstecken, doch bald stellte er fest, dass die Mixtur durch immer häufigeres Umrühren eine immer klarere und lebhaftere grüne Farbe annahm.
Sattler zeigte seinem Freund Ruß die leuchtend grüne Farbe, die nach dem Trocknen entstanden war.
Bis die neue Farbe immer strahlender und vollkommener war, führte Sattler noch Hunderte von Proben durch. Zu Ehren seiner zweiten Heimatstadt bezeichnete er die Farbe „Schweinfurter Grün“.
Wilhelm Sattler produzierte ab 1814 in großem Umfang. Die chemische Bezeichnung des „Schweinfurter Grün“ ist Kupferarsenit-acetat. Andere Namen sind Papageien- oder Mitisgrün. Bei dieser brillianten, giftgrünen Farbe handelte es sich jedoch –aufgrund des hohen Arsengehalts- um die giftigste, die je ein Maler verwandte. Deswegen verbot man sie gegen Ende des 19. Jahrhunderts. 


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