![]() ![]() | ![]() ![]() | ![]() ![]() |
Vorwort
In der öffentlichen Diskussion nimmt das Interesse an energetischen Optimierungen und vorausschauendem Energiemanagement sowie am aktiven Klimaschutz ständig zu. Die Häufung extremer Wettereignisse sowie steigende Energiepreise verdeutlichen die Notwendigkeit von sofortigen und langfristigen Maßnahmen.
Die Stadt Schweinfurt ist sich der Verantwortung gegenüber ihren Bürgerinnen und Bürgern, Betrieben und zukünftigen Generationen bewusst.
Sie kennt die Vorteile, die es bringt, wenn sie jetzt auf diesem Sektor verstärkt handelt. Die Stadt kann bereits auf eine Reihe von Aktivitäten in den letzten Jahren im Bereich Energiemanagement und Klimaschutz zurückblicken. Sie wird den nun notwendigen Prozess moderieren, dazu Impulse geben und selbst Vorbild sein.
Als wesentliche Voraussetzung für einen effektiven und effizienten kommunalen Klimaschutz sind Strukturen zu schaffen, um möglichst alle relevanten Akteursgruppen einzubeziehen.
Bisherige Arbeiten und Aktivitäten
Mit Beginn des Jahres 2002 ist erstmals ein Energiebericht für die Stadt Schweinfurt erstellt worden. Der jährlich erscheinende Energiebericht wird fortlaufend geführt und entwickelt. Er umfasst den Energieverbrauch der städtischen Gebäude, der Straßenbeleuchtung und Lichtzeichenanlagen.
Derzeit werden Energiedaten lediglich aufgenommen und somit die Ist-Situation wiedergegeben. Eine weiterführende Analyse zur qualitativen Einschätzung der Ist-Situation und die sich daraus ergebenden Erkenntnisse zur den einzelnen Einsparpotenzialen erfolgt nicht. Die Grundlage zur Weiterentwicklung ist aus Sicht der Stadt Schweinfurt und den beteiligten Auftragnehmern jedoch gegeben.
Im Energiebericht des Jahres 2006 wurden als Aufgaben für die Zukunft gesehen:
Die Zielstellungen des Energieberichtes bestätigen so im Rahmen der Förderrichtlinie die Notwendigkeit eines Klimaschutzkonzeptes.
Teilkonzept der Stadt zum Klimaschutz
Die Stadt Schweinfurt beabsichtigt ein Teilkonzept zum Klimaschutz zu erstellen. Dabei sollen bereits vorhandene Ansätze zu einem strategischen, systematischen und damit noch effektiveren und effizienteren kommunalen Klimaschutzkonzept ausgebaut werden. Die Konzepterstellung bildet zugleich die Begründung und den Rahmen für diejenigen Maßnahmen, die vordringlich als erste beschlossen werden sollten, um effektiven und effizienten Klimaschutz in den Sektoren der kommunalen Liegenschaften aufbauen zu können.
Die Prioritäten der zukünftigen Aktivitäten sollen dabei verdeutlicht werden und sollen Aufschluss über die Fragestellungen geben, welche Maßnahmen nach dem aktuellen Stand die größte CO2-Emissionsminderung ergeben und wie weitere positive Nebeneffekte zum Klimaschutz für die Stadt Schweinfurt generiert werden können.
Um die Auswirkungen des Klimawandels längerfristig in noch erträglichen Grenzen zu halten, haben sich für fernere Zeithorizonte noch anspruchsvollere Zielwerte durchgesetzt. Kriterien, nach denen hier der Nutzen einer Maßnahme beurteilt wird, sind:
Direkte CO2-Einsparungen, mittelfristige Multiplikatorwirkungen sowie der Zusatznutzen wie Kosteneinsparungen in kommunalen Liegenschaften, zukunftssichere Arbeitsplätze sowie längerfristige regionale Wertschöpfung.
Das zu erstellende Konzept soll genau diese Punkte herausfiltern, um das Einsparpotenzial bezüglich Emissionen und Energieeinsatz mit den zur Verfügung stehenden Mitteln zu maximieren. Im Vordergrund steht, eine deutlich höhere Reduzierung der Emissionen zu erreichen, als es mit einer klassischen Investitionsstrategie möglich wäre. Insbesondere die Verknüpfung von technischen Neuerungen und der Sensibilisierung der betroffenen Akteure werden zu langfristigen Energieeinsparungen mit geringen Investitionskosten führen.
Das größte Reduktionspotenzial liegt im Bereich der Sanierung des Baubestandes inklusive der Nutzung erneuerbarer Energien. Um dieses Potenzial erschließen zu können, soll das Teilkonzept mit den folgenden Bestandteilen erstellt werden:
- Datenerfassung Gebäude-Ist-Zustand der kommunalen Liegenschaften,
- Bausanierung- und Energieberatung sowie
- unterstützende Dienstleistungen bei der Umsetzung energetischer Sanierungen
Ziel ist es, im Gebäudesektor einen Fahrplan für den zukünftigen Umgang, im energetischen Sinne, für die Liegenschaften der Stadt Schweinfurt zu entwickeln, der die Zieldefinitionen bei umzusetzenden Maßnahmen für den Gebäudebestand aber auch im Neubausektor festlegt.
Als mögliche Mindestanforderungen bei Sanierungs-, Modernisierungs- und Neubauprojekten werden beispielsweise die Unterschreitung der Mindestanforderungen der aktuellen Energieeinsparverordnung (EnEV 2007) Qp (Primärenergiebedarf), HT’ (Transmissionswärmeverluste) sowie den CO2-Emissionen gesehen.
Weiter sollen zukünftig die Energieverbräuche der städtischen Liegenschaften so chronologisch aufgezeichnet und ausgewertet werden, dass mit dem Aufbau eines so genannten Klimaschutzmanagements die angestrebten CO2-Emissionenssenkungen kontrolliert und weiter optimiert werden können.
Die Umsetzungen in den vorgenannten Bereichen sollen neben den ökologischen und energetischen Gesichtspunkten auch die ökonomischen Randbedingungen und Zielstellungen verfolgen. Auf dieser Basis sollen Erkenntnisse über mögliche Strategien für eine möglichst effektive CO2-Minderung im Gebäudesektor gewonnen und weiter entwickelt werden.
Die Stadt Schweinfurt strebt an, die gewonnenen Erkenntnisse, gestaffelt in kurz-, mittel- und langfristigen Maßnahmen, zielbewusst umzusetzen.
Zusammenfassend sind die folgenden 3 Ansätze für die Umsetzung des Gesamtkonzeptes erforderlich:
Konkretes Vorgehen zur Umsetzung des Konzepts
Im Rahmen einer europaweiten Ausschreibung des Teilkonzeptes hat die Firma Obermeyer GmbH, München von der Stadt Schweinfurt den Auftrag zur Erstellung eines Teilkonzeptes Klimaschutz erhalten. Das Vorgehen gliedert sich in folgende Bereiche:
Die Projektarbeit hat Ende September 2009 begonnen, bis zu den Haushaltsberatungen der Stadt Mitte November 2009 sollen die Ergebnisse in Teilbereichen vorliegen.
Die Stadt Schweinfurt hat beim Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit einen Förderantrag nach der Richtlinie zur Förderung von Klimaschutzmaßnahmen in sozialen, kulturellen und öffentlichen Einrichtungen im Rahmen der Klimaschutzinitiative gestellt. Der für die Abwicklung des Förderprogramms verantwortliche Projektträger Jülich (PTJ) hat der Stadt Schweinfurt mit Datum vom 23.09.2009 einen Förderbescheid mit dem Kennzeichen 03KS0164 erteilt. Der Förderzeitraum erstreckt sich vom 01.05.2009 bis zum 28.02.2010.
Danach erhält die Stadt für das Vorhaben mit Gesamtkosten von 226.710 € eine Förderung in Höhe von 181.368 € (80%).
Stadt Schweinfurt, Amt für Wirtschaftsförderung und Liegenschaften
Firma Obermeyer - Planen + Beraten GmbH, München
